Thomas, heute Paartherapeut und früher viele Jahre beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk tätig, schilderte seinen Übergang nach dem Ende seines Hauptberufs. Die berufliche Veränderung verlief nicht geradlinig. Besonders prägend waren Situationen, in denen Alter unterschwellig zum Ausschlusskriterium wurde. Er berichtete von Meetings, in denen er als Ältester zuletzt aufgerufen wurde, und von scheinbar beiläufigen Aussagen wie: „Macht nichts, der ist schon über 60.“ Solche Momente seien unterschwellige Formen von Altersdiskriminierung – oft nicht offen ausgesprochen, aber deutlich spürbar.Seine Erkenntnis: Statt sich zurückzuziehen, brachte er das Thema aktiv in die Organisation ein und engagierte sich im Bereich Diversity of People, um Altersdiversität sichtbarer zu machen. Die positive Resonanz war groß. Für ihn sind drei Faktoren entscheidend, damit Menschen auch in späteren Berufsphasen engagiert bleiben: Purpose – Pleasure – Praise, das heißt Sinn, Freude und Anerkennung. Er warnte zudem vor inneren Glaubenssätzen wie: „Ich habe mein Bestes schon hinter mir.“ Gerade die Übergänge zwischen Beruf und Ruhestand seien tiefgreifende Veränderungsprozesse, die nicht in Resignation, sondern in Aufbruch münden sollten. Sein Apell lautet, die eigenen Interessen und Chancen auszuloten und einen bewussten „Gleiswechsel“ zu vollziehen, geleitet von der Frage: Wie gestalte ich den nächsten Abschnitt?