Dow, Schaeffler und Commerzbank unter den ausgezeichneten Unternehmen
Zum 13. Mal wurde in diesem Jahr der Deutsche bAV-Preis für herausragende Projekte in der betrieblichen Altersversorgung (bAV) vergeben. In den Kategorien „Großunternehmen“ sowie „Kleine und mittlere Unternehmen“ zeichnete die Jury erneut Arbeitgeber aus, die mit innovativen Konzepten neue Maßstäbe für die betriebliche Vorsorge setzen. Auch 2026 zeigte sich die Vielfalt der eingereichten Projekte: „Die Einreichungen verdeutlichen, wie kreativ Unternehmen heute die Möglichkeiten der betrieblichen Altersversorgung nutzen, um attraktive und zugleich nachhaltige Lösungen für ihre Beschäftigten zu entwickeln“, erklärte die Jury. Besonders bemerkenswert sei dabei, dass nicht nur große Konzerne, sondern auch kleinere Betriebe zunehmend überzeugende Konzepte umsetzen. „Die ausgezeichneten Projekte zeigen, dass leistungsfähige bAV-Modelle in Unternehmen jeder Größe realisierbar sind“, betonte Prof. Dr. Martin Werding von der Ruhr-Universität Bochum und Mitglied des Sachverständigenrates der Bundesregierung.
bAV als strategischer Bestandteil moderner Personalpolitik
Die betriebliche Altersversorgung spielt für viele Unternehmen eine zunehmend wichtige Rolle. Neben ihrer Funktion als Instrument zur Mitarbeiterbindung gewinnt sie auch im Kontext von Financial Wellbeing an Bedeutung und unterstützt Beschäftigte dabei, langfristig finanzielle Sicherheit aufzubauen. Gleichzeitig übernehmen Arbeitgeber mit einer starken bAV auch sozialpolitische Verantwortung, indem sie zur Absicherung ihrer Mitarbeitenden im Alter beitragen. „Angesichts des demografischen Wandels wird die betriebliche Altersversorgung immer stärker zu einem zentralen Baustein moderner Personalpolitik“, erklärt Dr. Thomas Jasper, Head of Retirement für Westeuropa bei WTW. „Unternehmen, die ihre Mitarbeitenden beim langfristigen Vermögensaufbau unterstützen, leisten nicht nur einen wichtigen Beitrag zur finanziellen Stabilität, sondern stärken auch nachhaltig ihre Attraktivität als Arbeitgeber.“ Die ausgezeichneten Projekte des Deutschen bAV-Preises zeigen, wie vielfältig Unternehmen diese Verantwortung heute gestalten – von innovativen Vorsorgemodellen bis hin zu neuen Kommunikations- und Beteiligungsansätzen.
Die Preisträger des 13. Deutschen bAV-Preises
Um die je nach Unternehmensgröße unterschiedlichen Ausgangssituationen angemessen würdigen zu können, wird der Deutsche bAV-Preis jährlich in den Kategorien „Großunternehmen“ und „KMU“ verliehen.
Kategorie Großunternehmen
1. Platz: Dow Deutschland
Einheitliches und zukunftsfähiges bAV-System
Der Dow Pension Plan ist ein bundesweit einheitliches, modulares bAV-System, das Arbeitgeberund Arbeitnehmerbeiträge intelligent miteinander verzahnt. Das Modell kombiniert MatchingMechaniken und Opt-out-Regelungen mit kapitalmarktorientierten Renditechancen sowie der Sicherheit einer teilweisen Innenfinanzierung. Ergänzt wird das Konzept durch einen kollektiv organisierten Risikoschutz ohne Wartezeiten. Ziel ist es, Komplexität zu reduzieren und eine einheitliche Versorgung über alle Gesellschaften hinweg zu schaffen. Die sehr hohe Teilnahmequote bei Neueintritten und die positive Resonanz der Mitarbeitenden unterstreichen den Erfolg des neuen Modells. „Ein modernes Versorgungssystem, das Flexibilität, Transparenz und attraktive Arbeitgeberförderung überzeugend verbindet“, so die Jury.
2. Platz: Schaeffler AG
Moderner Pensionplan mit Kapitalmarktchancen
Mit dem Schaeffler Pensionplan (SPP) hat das Unternehmen 2023 eine moderne Altersvorsorgelösung eingeführt, die den Aufbau eines Versorgungsguthabens über Kapitalmarktanlagen ermöglicht. Im Versorgungsfall können Mitarbeitende zwischen Einmalzahlung, Raten oder einer lebenslangen Rente wählen. Im Zuge der Integration von Vitesco wurde allen ehemaligen Vitesco-Beschäftigten ein Wechselangebot mit Vergleichsrechnungen zwischen ihren bisherigen Versorgungsplänen bei Vitesco und dem SPP unterbreitet. Auch die Schaeffler-Mitarbeitenden, die 2023 noch nicht in den SPP gewechselt sind, konnten dieses Angebot nutzen. Über 70 Prozent der berechtigten Mitarbeitenden von ehemals Vitesco und weitere 18 Prozent der noch nicht gewechselten Schaeffler-Mitarbeitenden
haben das Wechselangebot in Anspruch genommen. „Ein überzeugendes Beispiel dafür, wie Unternehmen komplexe Transformationsprozesse in der bAV mit Blick auf die Mitarbeitenden gestalten können“, betont die Jury. Der neue Plan vereinfacht die Governance der Altersversorgung und stärkt die Finanzierungssicherheit. Mehr als zwei Drittel der SchaefflerBelegschaft nehmen am SPP teil.
3. Platz: Commerzbank AG
bAV-Kommunikation für Young Talents
Die Commerzbank setzt bei der betrieblichen Altersvorsorge auf ein speziell für Young Talents entwickeltes Kommunikationskonzept. Mit kurzen Videos, interaktiven Veranstaltungen und verständlicher Sprache ohne Fachjargon sollen Auszubildende, Studierende und Berufseinsteiger früh Orientierung im „Altersvorsorge-Dschungel“ erhalten. Ziel ist es, bereits zu Beginn deserufslebens Wissen und Transparenz rund um Altersvorsorge zu schaffen. „Ein zeitgemäßer Ansatz, der komplexe Vorsorgethemen für junge Zielgruppen verständlich und attraktiv vermittelt“, betont die Jury. Gleichzeitig stärkt das Konzept die Wahrnehmung der bAV als wertvolles Benefit und trägt zu Zufriedenheit, Bindung und finanzieller Sicherheit der Mitarbeidenden bei.
Kategorie KMU
Den ersten Platz teilen sich die AWO BV Unterfranken e.V. und der Verband BadenWürttembergischer Omnibusunternehmen e.V. (WBO)
1. Platz: AWO Bezirksverband Unterfranken e. V.
Sozialpartnermodell mit reiner Beitragszusage
Der AWO Bezirksverband Unterfranken hat gemeinsam mit dem Sozialpartner ver.di eine betriebliche Altersversorgung als reine Beitragszusage im Sozialpartnermodell eingeführt. Der tariflich verankerte Ansatz ermöglicht vielen Beschäftigten erstmals eine spürbare arbeitgeberfinanzierte Altersversorgung. Das Modell kombiniert obligatorischen Zugang, kollektive Sicherungsmechanismen und eine professionelle Kapitalanlage. „Ein überzeugendes Beispiel dafür, wie Sozialpartnermodelle Vertrauen und Verlässlichkeit in der Altersvorsorge schaffen können“, betont die Jury. Gleichzeitig stärkt die neue Lösung die Arbeitgeberattraktivität und unterstreicht das Selbstverständnis der Organisation als sozial verantwortlicher Arbeitgeber.
1. Platz: WBO – Verband Baden-Württembergischer Omnibusunternehmen e. V.
BusRente BW – Branchenlösung für den Mittelstand
Mit der BusRente BW hat der WBO ein branchenweites Vorsorgemodell geschaffen, das mehr als 8.000 Beschäftigte aus rund 320 überwiegend familiengeführten Mitgliedsunternehmen erreicht. Das Modell zählt zu den ersten flächendeckenden Sozialpartnermodellen mit reiner Beitragszusage im deutschen Mittelstand und kombiniert chancenorientierte Kapitalanlage mit klaren Sicherungsmechanismen sowie einer haftungsfreien Arbeitgeberrolle. „Ein Meilenstein für den Mittelstand und ein starkes Signal für moderne Altersvorsorge in einer ganzen Branche“, betont die Jury. Einheitliche digitale Prozesse erleichtern die Umsetzung, stärken die
Arbeitgeberattraktivität der Busunternehmen und schaffen ein hochwertiges Vorsorgeangebot für alle Beschäftigten.
3. Platz: Autohaus Eberhardt Flügel GmbH & Co. KG
Altersvorsorge und Gesundheitsbudget aus einer Hand
Das Autohaus Eberhardt Flügel setzt auf ein Versorgungskonzept, das Altersvorsorge und Gesundheitsförderung miteinander verbindet. Neben einem arbeitgeberfinanzierten Beitrag zur betrieblichen Altersversorgung unterstützt das Unternehmen die Entgeltumwandlung seiner Mitarbeitenden mit einem Zuschuss von 20 Prozent. Ergänzend steht allen Beschäftigten ein jährliches Gesundheitsbudget von 600 Euro zur Verfügung, das individuell etwa für Vorsorgeuntersuchungen, Sehhilfen oder Zahnvorsorge eingesetzt werden kann. „Ein
ganzheitlicher Ansatz, der finanzielle Vorsorge und Gesundheitsleistungen sinnvoll kombiniert“, hebt die Jury hervor. Das Modell soll Wertschätzung ausdrücken und gleichzeitig Motivation sowie Bindung der Mitarbeitenden stärken.
Die diesjährige Jury
Die Mitglieder der unabhängigen Jury des Deutschen bAV-Preises 2026 sind: Dr. Martin Brixner (Senior Manager Internationale Investment- und Treuhandstrukturen, Airbus), Sylke Fleischhut (Direktorin Personal, August Storck KG), Horst Grögler (Pension Asset Management, TRATON SE), Klaus Morgenstern (Fachjournalist), Sabine Oxenknecht (Head of Pension, SICK AG), Sabine Payne (HR Performance & Reward - Benefits, Deutsche Bank AG) und Dr. Georg Thurnes (ThurnesbAV).
Über die Initiative
Der Deutsche bAV-Preis hat in den letzten Jahren immer wieder eindrucksvoll gezeigt, wie vielfältig die Möglichkeiten für die betriebliche Altersversorgung sind und wie gut Unternehmen es gelingt, die Altersversorgung ihrer Mitarbeitenden zu fördern und gleichzeitig ihre Personalstrategie zu unterstützen. Die Initiative für den Deutschen bAV-Preis wurde 2013 von MCC und WTW ins Leben gerufen und wird von zahlreichen Organisationen unterstützt. Dazu gehören die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI), das Deutsche Institut für Altersvorsorge (DIA) sowie das ddn – Das Demographie Netzwerk e. V. Ebenso zählen namhafte Unternehmen, wie Adesso, Allianz, AXA, BVV Pension Management, Caceis, Ergo, Fidelity International und Metzler Pension Management.
Weitere Informationen sowie Bildmaterial unter www.deutscher-bav-preis.de
Kontakt:
Nina Seikat-Stürtz
Projektleitung
Deutscher bAV-Preis
Alexander Stiehle
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