Schon zu Beginn wurde im Rahmen eines Quiz deutlich, warum dieser INQA‑Experimentierraum so dringend gebraucht wird:
- Wie viele 57‑Jährige können sich vorstellen, mindestens bis 65 zu arbeiten?
- Wie viele erleben im eigenen Umfeld die Haltung: „Lieber früher als später aus dem Berufsleben auszusteigen“?
- Welche Gründe werden genannt, wenn man mit spätestens 64 Jahren in Rente gehen möchte?
Diese Fragen zeigen, wie wichtig es ist, gemeinsam mit Beschäftigten frühzeitig passende Perspektiven für die letzten Berufsjahre zu entwickeln. Die Antworten zu den Fragen findet ihr in der lidA-Studie.
Warum ÜbergangsWeise?
Der demografische Wandel stellt Unternehmen vor große Herausforderungen – gerade, wenn es darum geht, Fachkräfte zu halten. ÜbergangsWeise setzt genau hier an:
- Das Projekt unterstützt Unternehmen dabei, präventive und alterssensible Gespräche mit Mitarbeitenden ab etwa 55 Jahren zu etablieren.
- Ziel ist es, Arbeit und Arbeitsbedingungen so zu gestalten, dass ältere Beschäftigte gesund, motiviert und wertgeschätzt bleiben.
- Gleichzeitig sollen Arbeitgeber ihre Planungssicherheit steigern und Mitarbeitende langfristig binden.
So trägt das Projekt aktiv dazu bei, Arbeitsfähigkeit im Alter zu sichern und den Auswirkungen des Fachkräftemangels entgegenzuwirken.
Ein Gesprächsleitfaden als zentrales Werkzeug
Kern des Projekts ist die Entwicklung eines praxisnahen, niedrigschwelligen Gesprächsleitfadens, den Führungskräfte ohne externe Schulung anwenden können. Der Leitfaden soll helfen, die häufige „Sprachlosigkeit“ zwischen älteren Beschäftigten und Vorgesetzten zu überwinden, insbesondere, wenn es um Themen wie Arbeitsbelastung, Zukunftswünsche oder Anpassungen im Tätigkeitsprofil geht. Idealerweise wird daraus ein jährliches Zukunftsgespräch, das frühzeitig Klarheit schafft:
- Welche Erwartungen haben Mitarbeitende an die letzten Berufsjahre?
- Welche Möglichkeiten sieht das Unternehmen?
Experimentieren, evaluieren, verbessern
Damit der Leitfaden in der Praxis wirklich funktioniert, wird er in mehreren betrieblichen Experimentierräumen systematisch getestet. Praxispartner sowie institutionelle Partnerinnen sind dabei von Anfang an eingebunden. Das stellt sicher, dass das Instrument sowohl
- in kleinen und mittleren Unternehmen als auch
- in öffentlichen Verwaltungen
gut einsetzbar ist.
Geleitet wird das Projekt von Das Demographie Netzwerk e.V. zusammen mit der Bergischen Universität Wuppertal und der Wirtschaftsförderung Dortmund bilden sie die Steuergruppe.
Wie geht es weiter?
In den kommenden Wochen stehen in den Unternehmen Workshops an. Dort wird gemeinsam erarbeitet:
- Welche Themen sollen im Mitarbeitendengespräch angesprochen werden?
- Wie kann ein solches Gespräch wertschätzend und gleichzeitig zielgerichtet geführt werden?
Damit beginnt die Phase, in der Theorie und Praxis zusammenfinden und in der die Zukunftsgespräche Gestalt annehmen.
Der INQA-Experimentierraum ÜbergangsWeise wird durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) begleitet die Projekte mit arbeitswissenschaftlicher Expertise.
