Zu jung. Zu alt. Genau richtig! Workshop in Bremen

Wie können Unternehmen und Verwaltungen alle Altersgruppen gewinnen, binden und fördern? Und welche Rolle spielen dabei unsere eigenen Altersbilder? Diese Fragen standen im Mittelpunkt des Workshops„Zu jung. Zu alt. Genau richtig? Ageismus in der Arbeitswelt erkennen und verändern“, der am 23. September 2026 im Rahmen der INQA-Fachkräftewochen in Bremen stattfand. Die Veranstaltung basierte auf Erkenntnissen und Materialien des EU-Projekts und wurde mit Unterstützung der BAB – Die Förderbank für Bremen und Bremerhaven und dem Senator für Finanzen Bremen gemeinsam von Sylvia Hütte-Ritterbusch, GOKA, und Lucie Stecker, ddn, durchgeführt.

Für viele Organisationen gewinnt das Thema zunehmend an Bedeutung.

Angesichts des demografischen Wandels, des Fachkräftemangels und alternder Belegschaften wird es immer wichtiger, die Potenziale aller Altersgruppen zu nutzen. Gleichzeitig zeigen Studien, dass altersbezogene Vorurteile und Stereotype weiterhin den Arbeitsalltag prägen und Entscheidungen beeinflussen können.

Im Workshop setzten sich die Teilnehmenden aus Wirtschaft und Verwaltung mit Fragen auseinander wie:

  • Welche Altersbilder prägen unsere Wahrnehmung von jüngeren und älteren Beschäftigten?
  • Wo begegnen uns Altersstereotype im Recruiting, in der Personalentwicklung oder im Arbeitsalltag?
  • Welche Folgen hat Ageismus für Zusammenarbeit, Wissenstransfer und Innovationsfähigkeit?
  • Wie können Organisationen Altersvielfalt aktiv fördern?

Besonders deutlich wurde in den Diskussionen, dass Ageismus nicht nur ältere Beschäftigte betrifft.

Auch jüngere Mitarbeitende erleben Zuschreibungen, etwa hinsichtlich ihrer Erfahrung, Belastbarkeit oder Führungsfähigkeit. Altersdiskriminierung kann somit Menschen in unterschiedlichen Lebens- und Karrierephasen betreffen.

Neben wissenschaftlichen Erkenntnissen zu Altersbildern, implizitem und explizitem Ageismus sowie altersbezogenen Mikroaggressionen standen vor allem praktische Lösungsansätze im Fokus. Gemeinsam wurden Maßnahmen diskutiert, die Organisationen dabei unterstützen können, altersbezogene Barrieren abzubauen und die Zusammenarbeit zwischen Generationen zu stärken. Dazu zählen unter anderem generationenübergreifender Wissenstransfer, die bewusste Gestaltung altersdiverser Teams sowie die Reflexion bestehender Prozesse und Routinen.

Praxishilfe für Unternehmen und Beschäftigte

Ein zentrales Ergebnis des EU-Projekts SNAW ist der kostenfreie Online-Kurs„Beyond Age: Building an Age-Positive Workplace“. Der Selbstlernkurs richtet sich sowohl an Arbeitgeber:innen als auch an Beschäftigte und vermittelt praxisnahes Wissen zu Altersstereotypen, Altersdiskriminierung und altersfreundlichen Arbeitsumgebungen. Teilnehmende erhalten konkrete Anregungen, wie sie zu einer altersinklusiven Unternehmenskultur beitragen können.

Gerade für Personalverantwortliche, Führungskräfte sowie Mitarbeitende in den Bereichen Diversity, Demografie und Personalentwicklung bietet der Kurs einen niedrigschwelligen Einstieg in das Thema und hilfreiche Impulse für die betriebliche Praxis.

Wir danken allen Teilnehmenden für die engagierten Diskussionen, die Offenheit beim Austausch von Praxiserfahrungen und die zahlreichen Ideen, wie Altersvielfalt in Organisationen noch stärker als Ressource genutzt werden kann.

Weitere Informationen zum SNAW-Projekt und zum kostenfreien Online-Kurs finden Sie unter: www.snawproject.eu

Die Veranstaltung wurde im Rahmen der INQA-Fachkräftewochen von der Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA) gefördert. Die im Workshop eingesetzten Materialien und Impulse basierten auf Erkenntnissen des europäischen Projekts SNAW – Say No to Ageism in the Workplace.