Zuwanderer in Deutschland: qualifiziert und gebildet

05.06.14

Deutschland zieht gut ausgebildete Zuwanderer an. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „Neue Potenziale. Zur Lage der Integration in Deutschland“ vom Berliner Institut für Bevölkerung und Entwicklung, die am 3. Juni der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Insbesondere zwischen 2005 und 2010 war der Anteil von Akademikern unter den Zugewanderten höher als in der Einheimischen Bevölkerung. Die deutschen Unternehmen wird es freuen, denn angesichts des demographischen Wandels sind sie auf qualifizierten „Nachwuchs“ aus dem Ausland angewiesen. 

Von Mitte der 1950er Jahre bis Mitte der 1970er Jahre besaßen ca. 20 Prozent der Zugewanderten gar keinen Schulabschluss und weniger als 10 Prozent einen akademischen Abschluss. Zwischen 2005, dem Jahr des Inkrafttretens des neuen Zuwanderungsgesetzes,  und 2010 hatten nur noch unter 10 Prozent der Zugewanderten keinen Schulabschluss. Der Akademikeranteil hingegen lag schon bei ca. 35 Prozent und damit ca. 15 Prozent über dem der einheimischen Bevölkerung. Über die höchste Akademikerquote verfügen Zuwanderer aus West- und Nordeuropa. Aber auch Zuwanderer aus Rumänien und Bulgarien besitzen prozentual genauso oft oder sogar häufiger eine Hochschulreife oder einen Hochschulabschluss wie einheimische Deutsche. Von Armutszuwanderung aus diesen Ländern kann also keine Rede sein

Diese positive Entwicklung kann weiter gefördert werden. Die praktische Umsetzung der Anerkennung von ausländischen Abschlüssen in Deutschland muss verbessert werden, um hochqualifizierten Zuwanderern den Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt zu erleichtern. Auch könnten die Voraussetzungen für den Erwerb der „Blaue Karte EU“ gesenkt werden. So wäre es möglich mehr Fachkräfte aus Drittstaaten anzuwerben, was den Pool an potenziellen Arbeitskräften erweitern und den innereuropäische Wettbewerb um hochqualifizierte Fachkräfte entlasten würde, unter dem aktuell vor allem die südeuropäischen Staaten leiden.

Die aktuelle Studie steht hier.