Zurück an die Arbeit: Wie Unternehmen das Know-how von Rentnern nutzen

10.10.14

Geschäftsreisen ins Ausland, Projekte managen, Abläufe optimieren – klingt das nach Rentneralltag? Ja, zumindest bei der Daimler AG und der Bosch GmbH. Beide ddn-Mitgliedsunternehmen haben Experten-Pools eingerichtet, um kurzfristig und flexibel auf die Expertise von Ruheständlern zurückgreifen zu können.

Die Initiative „Space Cowboys – Daimler Senior Experts“ ermöglicht es ehemaligen Mitarbeitern, für befristete Einsätze zu Daimler zurückzukehren. „Unser Unternehmen profitiert von der Erfahrung und dem Know-how der Space Cowboys, die ihr Wissen in Projekte einbringen und an jüngere Kollegen weitergeben. Durch die Zusammenarbeit zwischen den Generationen gewinnen wir wertvolle Impulse“, sagt Wilfried Porth, Personalvorstand und Arbeitsdirektor bei Daimler. Seit dem Start 2013 haben sich 480 frühere Beschäftigte registrieren lassen. Sie werden überwiegend in produktionsnahen Bereichen, der IT sowie in Forschung und Entwicklung eingesetzt. 

Bereits vor 15 Jahren gründete Bosch die Tochterfirma Bosch Management Support GmbH (BMS), um Mitarbeiter nach ihrer aktiven Betriebszugehörigkeit für zeitlich befristete Projekte und Beratungsaufgaben ins Unternehmen zurückzuholen. Ihr Einsatz ist immer dann gefragt, wenn kurzfristig professionelle Beratung gebraucht wird. Die Datenbank umfasst etwa 1.600 ehemalige Mitarbeiter – ein Reservoir von insgesamt mehreren tausend Jahren Berufserfahrung. Sie erhielten im vergangenen Jahr weltweit über 1.000 Beratungsaufträge mit insgesamt 50.000 Einsatztagen. „Unsere Seniorexperten sind wichtige Leistungsträger. Ihr langjähriges Know-how hilft bei Problemlösungen, liefert neue Ideen und stärkt unsere Innovationsfähigkeit“, erklärt Christoph Kübel, Personalgeschäftsführer bei Bosch.

Auch andere Unternehmen nutzen das Erfahrungswissen der Senioren:  ABB und Bayer, der Anlagenbauer SMS Siemag, aber auch der Versandhändler Otto und die Drogeriekette Budnikowsky setzen ehemalige Arbeitnehmer ein.