Was tun Unternehmen, um Ältere länger im Betrieb zu halten?

05.05.11

Fast ein Drittel der deutschen Unternehmen versucht, ältere Mitarbeiter länger an
sich zu binden. Das zeigt eine Umfrage des Ifo-Instituts in München und des Personaldienstleisters und ddn-Mitglieds Randstad unter rund 1.000 Personalchefs. Zur Personalbindung nutzen Unternehmen vor allem flexible Arbeitszeiten und eine Veränderung der Tätigkeitsfelder. 

In der Diskussion um die Fachkräftesicherung spielt die Nutzung des vorhandenen Erwerbspotenzials eine entscheidende Rolle. Zudem rückt die Rente mit 67 die Frage in den Vordergrund, wie Menschen zukünftig länger arbeiten können. Aus diesen Gründen ist ein Blick auf den „Ist-Zustand“, also inwieweit sich die Wirtschaft bereits heute um ältere Erwerbspersonen bemüht, aufschlussreich.

Die Untersuchung zeigt: Rund zwei Drittel der Unternehmen, die systematisch ältere Mitarbeiter länger an sich binden wollen, setzen auf flexible Arbeitszeiten. Mehr als die Hälfte der Unternehmen passt das Aufgabengebiet speziell an die Bedürfnisse dieser Beschäftigtengruppe an. Besonders stressbehaftete oder körperlich anstrengende Tätigkeiten werden reduziert und durch Aufgaben ersetzt, bei denen viel Berufserfahrung wichtig ist. Weitere genannte Maßnahmen sind altersgerechte Arbeitsplätze, monetäre Anreize, flexible Altersteilzeit, Fortbildungsprogramme und eine spezielle Gesundheitsvorsorge.

Insgesamt gaben mehr Unternehmen im Handel als solche im Verarbeitenden Gewerbe an, ältere Mitarbeiter länger an sich binden zu wollen. Großunternehmen nutzen deutlich öfter flexible Arbeitszeiten, altersgerechte Arbeitsplätze und eine Anpassung des Aufgabengebiets als der Durchschnitt der befragten Unternehmen. Monetäre Anreize dagegen spielen bei kleineren Unternehmen eine größere Rolle.