Was mache ich, wenn ich In Rente gehe?

15.04.20

Oft kann man sich nicht vorstellen, wie es nach dem Arbeitsleben weitergehen soll. Die Publikation von Frank Micheel (2019) vom Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung beschäftigt sich mit der Frage, welche Faktoren einen Einfluss auf das Leben im Ruhestand haben und wie "aktives Altern" möglicherweise gefördert werden kann.

In fast allen Industrieländern nimmt die durchschnittliche Lebenserwartung beständig zu, während zeitgleich die Geburtenrate auf niedrigem Niveau bleibt. "Aktives Altern" wird hier häufig als Lösung genannt. Nach Defintion der WHO bedeutet dies den Prozess der Optimierung von Gesundheit, Teilhabe und Sicherheit, um die Lebensqualität der Menschen im Alter zu verbessern. Im allgemeinen Diskurs hingegen geht es häufig auch um die Entlastung der Sozialsysteme und der erwerbstätigen Bevölkerung, was wiederum Druck bei Renter*innen aufbaut. Der ursprüngliche Sinn des "Ruhestandes" wird umgedeutet und der wirtschaftliche Wert eines längeren Arbeitslebens rückt in den Vordergrund. Folglich ist der Begriff des aktiven Alterns nicht unumstritten.

Dennoch: Eine Untersuchung von Frank Micheel des BiB zeigte, dass viele Beschäftigte den Wunsch nach einem aktiven Ruhestand haben. So lautet auch das Ergebnis der Studie: In Deutschland können sich fast 90 Prozent der Befragten vorstellen, im Ruhestand einer bezahlten und/oder unbezahlten Tätigkeit nachzugehen.

 

 

 

Ob man sich im Alter aktiv betätigt oder die Füße hochlegt, ist jedoch von vielen Faktoren abhängig. So zeigten sich deutliche Unterschiede je nach Generation, Bildungsgrad, Wohnort, Einkommen und Gesundheit. Persönliche Eigenschaften, beispielsweise das Selbstbild, spielen zusätzlich eine bedeutende Rolle. Wie sehen sich Menschen selber? Welches Bild haben sie von sich in der Zukunft? Planen sie bereits proaktiv ihren Ruhestand?

Die Erkenntnisse der Studie von Frank Micheel bieten Potenziale zur Förderung des aktiven Alterns. So könnte zum Beispiel eine Ermunterung, den Ruhestand bereits im Voraus zu planen und proaktiv zu gestalten, ein Anfang sein, um sich dem demografischen Wandel zu stellen.

 

Weitere Hintergünde zur Studie finden Sie hier.