Was die EU-Strategie Europa 2020 für Arbeitnehmer bedeutet

06.06.11

Unter dem Stichwort Europa 2020 hat die Europäische Union eine Wirtschaftsstrategie für die kommenden zehn Jahre beschlossen. Die darin festgelegten Ziele haben auch Auswirkungen auf die Beschäftigungssituation der Generation 50+.

Kernziel der Beschäftigungspolitik in der Strategie ist, dass 75 Prozent der 20- bis 64-Jährigen bis zum Jahr 2020 in Arbeit stehen sollen. Derzeit liegt die Beschäftigungsquote noch bei 69 Prozent. Die Erhöhung der Beschäftigungsquote soll unter anderem durch die vermehrte Einbeziehung von Frauen und älteren Arbeitnehmern sowie eine bessere Eingliederung von Migranten in die Erwerbsbevölkerung geschehen. 

Umgesetzt werden soll das durch eine Stärkung des so genannten Flexicurity-Konzepts. Dieses Konzept sieht eine größere Flexibilität in den Beschäftigungsverhältnissen vor, bei gleichzeitig stärkerer sozialer Absicherung von Arbeitnehmern im Fall von Arbeitslosigkeit. Der politische Trend geht also zu einer Stärkung der Eigenverantwortung. 

Auch dem lebenslangen Lernen kommt zukünftig eine größere Rolle für alle Altersgruppen zu. Die Kommission möchte die Attraktivität der beruflichen Aus- und Weiterbildung stärken. Durch den Erwerb neuer Qualifikationen sollen Arbeitnehmer befähigt werden, sich neuen Gegebenheiten anzupassen und sich gegebenenfalls beruflich neu orientieren zu können. 

Um diese Ziele einer höheren Beschäftigungsquote zu erreichen, fordert die EU ihre Mitgliedstaaten auf, die Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben zu erleichtern und 
Übergänge zu flexibilisieren. Der Zugang zu Kinderbetreuungseinrichtungen und sonstigen Versorgungseinrichtungen spielt dabei eine bedeutende Rolle. Auch die Förderung von Gesundheit und Aktivität im Alter wird betont. 

Darüber hinaus strebt die EU an, die Mobilität von Arbeitskräften innerhalb der EU zu erleichtern und eine zukunftsorientierte, umfassende Migrationspolitik zu fördern, um flexibel auf die Prioritäten und Bedürfnisse der Arbeitsmärkte reagieren zu können. Für Qualifikationen, Kompetenzen und Berufe soll ein einheitlicher europäischer Rahmen geschaffen werden. Dadurch möchte die EU den Erwerb und die Anerkennung der für Weiterbildungsmaßnahmen und den Arbeitsmarkt erforderlichen Kompetenzen gewährleisten. 

Mit Europa 2020 strebt die EU eine Modernisierung der Arbeitsmärkte an. Die Mobilität der Erwerbstätigen und der lebenslange Erwerb von Qualifikationen sollen erleichtert werden, um die Beschäftigungsquote zu erhöhen und Angebot und Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt besser aufeinander abzustimmen. Hierzu ist es unerlässlich, Frauen, Ältere und Migranten stärker als bisher in den Arbeitsmarkt zu integrieren. 

ddn-Mitgliedern steht die Strategie Europa 2020 im Intranet zur Verfügung.