Vor allem KMU von Fachkräftemangel betroffen

06.01.15

In den kommenden 15 Jahren werden 2,1 Millionen ältere Fachkräfte, die derzeit in sogenannten Engpassberufen arbeiten, in den Ruhestand treten. Das stellt vor allem kleine und mittlere Unternehmen (KMU) vor große Herausforderungen. Zu diesem Ergebnis kommt die Anfang Januar 2015 veröffentlichte Studie „Fachkräfteengpässe in Unternehmen – Die Altersstruktur in Engpassberufen“ des Kompetenzzentrums Fachkräftesicherung (KOFA). Das KOFA wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert. Ein weiteres Ergebnis der Studie: Allein in den kommenden Jahren muss für 230.000 Berufskraftfahrerinnen und -fahrer sowie 175.000 Krankenschwestern und -pfleger Ersatz gefunden werden.

 

 

Etwa zwei Drittel aller Fachkräfte in Deutschland arbeiten in KMU. In vielen Engpassberufen sind es sogar deutlich mehr. So arbeiten mehr als acht von zehn Beschäftigten als Klempner, Altenpfleger und Berufskraftfahrer in KMU. KMU haben im Vergleich zu größeren Unternehmen mit den Engpässen zu kämpfen, weil:

  • KMU bei Bewerbern weniger bekannt sind,
  • weil sie sich seltener eine spezialisierte Personalabteilung leisten und
  • weil sie teilweise in weniger beliebten Regionen angesiedelt sind.

Mit einer gelungenen Personalpolitik können KMU aber gegensteuern und ihre Attraktivität als Arbeitgeber erhöhen – damit auch die Chancen auf qualifizierte Bewerbungen.

Das Kofa hat einen Online-Service, den „Spiegel der Personalpolitik“ veröffentlicht. Das darin enthaltene Benchmarking erlaubt einen interaktiven Vergleich mit der Personalarbeit anderer Betriebe gleicher Größe oder Branche. So können insbesondere KMU ihre Stärken und Schwächen besser einschätzen und die Weichen für eine gute Personalarbeit stellen.

Auch ddn e.V. bietet KMU in seinen elf Arbeitskreisen (hier die thematische Übersicht: http://demographie-netzwerk.de/ueber-ddn/arbeitskreise.html) Hilfestellungen und Tipps für die Praxis – in insgesamt 19 Regionalnetzwerken (http://demographie-netzwerk.de/regionale-standorte/standorte.html) werden aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse in die Regionen getragen.