Voneinanander lernen und miteinander gestalten: Finanzministerium tritt Demografie-Netzwerk bei

20.02.18

„Der demografische Wandel ist nichts, worüber man sich für die Zukunft irgendwann einmal Gedanken machen sollte. Der demografische Wandel findet längst statt und zwingt uns jetzt zum Handeln. Weil wir und andere das bereits tun, die Herausforderung aber immens ist, ist es gut, voneinander zu lernen und miteinander zu gestalten. Das Finanzministerium ist deshalb dem Demographie Netzwerk e.V. (ddn) beigetreten“, erklärte Hessens Finanzminister Dr. Thomas Schäfer.

Mit dem Beitritt zum ddn erklärt das Hessische Ministerium der Finanzen erneut seine feste Absicht, die eigenen Aktivitäten noch zu vertiefen und den Netzwerkgedanken weiter auszubauen. „Die Themen Demografie und Digitalisierung wie auch die veränderten Erwartungen an einen modernen Arbeitgeber lassen es immer wichtiger werden, sich miteinander auszutauschen und sich bietende Synergien gemeinsam zu nutzen. Ich bin mir sicher, dass wir durch unsere Mitgliedschaft von Ideen und vom Wissen anderer profitieren, aber mit unseren eigenen Erfahrungen auch viele gute Impulse für andere – nicht nur öffentliche – Arbeitgeber beisteuern können“, sagte Schäfer.

Mit dem Beitritt zum Netzwerk bestätigt die Hessische Finanzverwaltung nach dem Gewinn des Demografie Exzellenz Awards im August vergangenen Jahres einmal mehr ihre Vorreiterrolle im öffentlichen Dienst, denn bislang ist sie – neben wenigen anderen öffentlichen Arbeitgebern – die erste hessische Flächenverwaltung, die sich im Rahmen einer Mitgliedschaft einbringt.

Preisgekrönt ist seit 2017 das hessische Konzept der Demografie-Lotsen. An dessen Anfang stand eine umfassende Altersstrukturanalyse aller Beschäftigten in Hessens 35 Finanzämtern. Sie zeigte, dass sich die einzelnen Dienststellen teilweise erheblich in ihrer demografischen Ausgangslage unterscheiden, aber kein Finanzamt in den nächsten Jahren von demografiebedingten Personalveränderungen größeren Umfangs verschont bleibt. In die Überlegungen zum Konzept der Demografie-Lotsen wurden demzufolge alle Finanzämter einbezogen.

„Unser Ansatz ist klar und klingt so einfach wie einleuchtend: Die frei werdenden Stellen in den Finanzämtern müssen rechtzeitig ermittelt, das Wissen der erfahrenen Mitarbeiter gesichert und eine qualifizierte Nachfolge vorbereitet werden. Möglich ist das in einem Geschäftsbereich unserer Größe mit über 10.000 Beschäftigten aber nur in einem strukturierten und konsequent praktizierten Verfahren“, erklärte Finanzminister Schäfer. „In unserer Oberfinanzdirektion und in allen Ämtern sollen Demografie-Lotsen gewährleisten, dass wir in der Fläche konsequent umsetzen, was so einfach klingt. Das Lotsen-Konzept ist ein zentraler Schritt hin zu einer strategisch angelegten längerfristigen demografievorsorgenden Personalpolitik und weg von einer nur kurzfristigen Betrachtung des entstehenden Personalbedarfs“, so Schäfer.

Er machte auf die Dimension der Herausforderung aufmerksam: „Hessens Finanzämter stehen vor einem Generationswechsel in bisher nicht gekanntem Ausmaß. Und das nicht irgendwann, sondern schon in fünf bis zehn Jahren werden viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus den geburtenstarken Jahrgängen ihren verdienten Ruhestand erreichen: fast 3.000 Beschäftigte! In einzelnen Ämtern wird mehr als die Hälfte der heutigen Belegschaft in diesem kurzen Zeitraum gehen. Diese Zahlen belegen eindeutig: Der demografische Wandel ist nichts, worüber man sich für die Zukunft irgendwann einmal Gedanken machen sollte. Der demografische Wandel findet längst statt und zwingt uns jetzt zum Handeln. Das tun wir in der Hessischen Steuerverwaltung. So schrauben wir unsere Ausbildungszahlen derzeit auf immer neue Rekorde und stellen so viele junge Menschen ein, wie nie zuvor.“

 Mehr Wissenswertes zur Demografie-Vorsorge des Hessischen Finanzministeriums können Sie hier nachlesen (ab S. 18: „Bei uns gilt: Jedes Alter zählt!“):