Von Weiterbildung bis Schülerpaten

05.02.13

„Was machen wir dieses Jahr?“, war die erste Frage nach den einleitenden Worten zum Netzwerk von Rolf Kuhlmann, Leiter des ddn-Regionalnetzwerkes Berlin Brandenburg und Projektleiter bei der zukunft im zentrum GmbH. Geplant sind ein zweites Salontreffen im Herbst und zwei Betriebsbesichtigungen zur Jahresmitte  bei Mitgliedsunternehmen nach dem Motto „aus der Praxis für die Praxis“, gab es zur Antwort.  Danach ging es um das Thema Lebenslanges Lernen in Zeiten des demographischen Wandels. 

Zu Gast war Dr. Udo Thelen, Kanzler und Geschäftsführer der Deutschen Universität für Weiterbildung (DUW). Er erläuterte wie Weiterbildung und Personalentwicklung in der Zukunft gestaltet werden können. Der Fachkräftemangel und die demographische Entwicklung in Deutschland führen dazu, dass Unternehmen sich verstärkt mit Weiterbildung auseinandersetzen müssen.

 

Dr. Udo Thelen, Deutschen Universität für Weiterbildung (DUW)

Für Arbeitgeber hatte Dr. Thelen drei Tipps, die sie beim Anbieten von Weiterbildungsangeboten beachten sollten: 1. Ein differenziertes, niedrigschwelliges Angebot schaffen, angepasst an die Qualifikationen und das Alter der Beschäftigten; 2. Das Weiterbildungsangebot muss an dem betrieblichen Weiterbildungsbedarf und dem persönlichen Bildungsinteresse der Beschäftigten orientiert sein, 3. Es müssen Formate und Formatvielfalt geschaffen werden, die Spaß am Lernen machen. Beim letztgenannten Punkt kämen die Hochschulen ins Spiel, so Dr. Thelen. Sie hätten das Know-how, um in Zusammenarbeit mit dem Unternehmen ein Weiterbildungsprogramm zu entwickeln. Die DUW habe hier bereits mit Unternehmen wie der Telekom AG und Galeria Kaufhof (ddn-Mitglied) Programme erarbeitet. Diese könnten direkt auf das Unternehmen zugeschnitten werden („customised programmes“) oder offener sein, sodass auch Beschäftigte anderer Unternehmen daran teilnehmen können („open enrolment“).

 

Rolf Kuhlmann, ddn, im Gespräch mit Peer-Oliver Villwock, BMAS

Im Anschluss gab Peer-Oliver Villwock, Referatsleiter im Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS), Einblicke in die Arbeit der Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA). Er präsentierte zwei neue Förderprogramme, die INQA gerade auf den Weg bringt. Zum einen befindet sich ein Audit für zukunftsfähige Unternehmenskultur im Pre-Test. Zum anderen gibt es seit kurzem das Förderprogramm „Unternehmenswert: Mensch“, welches kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) nach Bedarfsprüfung die Beratung durch einen Fachberater subventioniert.

In beiden Programmen bezieht sich die Grundlage der Beratung auf die neuen INQA-Handlungsfelder Personalführung, Chancengleichheit und Diversity, Gesundheit und Wissen & Kompetenzen. Mehr Informationen unter www.unternehmens-wert-mensch.de.

Abschließend stellte sich die Initiative „Schülerpaten“  des Schülerpaten Berlin e.V. vor, die dem Thema Fachkräftesicherung eine ganz andere Sichtweise gab. Qualifizierung beginne nämlich schon in der Schule. Das 2009 gestartete Projekt bringt studentische Paten und Schüler mit arabischem Hintergrund zusammen. Durch individuelle Nachhilfe versuchen die Schülerpaten Kindern bessere Bildungschancen zu ermöglichen. Für sie selbst eröffnet sich ein Einblick in eine andere Kultur. Wer sich für das Projekt interessiert oder spenden möchte, findet Infos dazu unter www.schuelerpaten-berlin.de.

 

Reger Austausch im Salon Berlin-Geflüster

Die regelmäßig stattfindenden Salongespräche geben ddn Mitgliedern und Interessierten die Möglichkeit, sich über Gute Praxis im demographischen Wandel auszutauschen. Außerdem werden neue Aktivitäten verabredet und mögliche Zusammenarbeit ausgelotet.

Weitere Informationen zum Netzwerk: http://berlin-brandenburg.ddn-regionalnetzwerk.de