Von der Uni ins Unternehmen – auch ohne Abschluss

17.06.13

Alljährlich verlassen in Deutschland mehr als 100.000 junge Menschen die Hochschule ohne Abschluss. Auf dem Arbeitsmarkt wird es für sie oftmals schwierig, einen Job zu finden. Das muss nicht sein. Denn was die wenigsten wissen: Wer einige Semester an der Uni studiert hat, der kann auch eine betriebliche Ausbildung in verkürzter Zeit machen. Der Bedarf ist groß: Laut einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) haben bereits heute zwei von fünf kleinen und mittleren Unternehmen Schwierigkeiten, Mitarbeiter mit Berufsausbildung zu finden. Angesichts des Fachkräftemangels greifen immer mehr Unternehmen gezielt auf Studienabbrecher zurück.

Die Synergetic AG, ein Internet-Unternehmen aus Baden-Württemberg, wirbt gezielt um Studienabbrecher, denn das Unternehmen hatte in der Vergangenheit Schwierigkeiten, Auszubildende für den Fachbereich Informatik zu finden. Aus einer Not heraus geboren, hat das Unternehmen mittlerweile 17 Studienabbrecher eingestellt. Die Quote spricht für sich: Bei jedem dritten Unternehmen mit mehr als 250 Beschäftigten arbeiten laut des IW bereits Studienabbrecher, ebenso bei jeder fünften Firma mit weniger Mitarbeitern. 

Auch der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) nimmt das bisher ungenutzte Potential in den Blick. Er brachte eine neue Initiative unter dem Motto "Mit Praxis zum Erfolg" auf den Weg. In Kooperation mit der Agentur für Arbeit, mit Hochschulen und Kammern schafft der DIHK ein breiteres Beratungsangebot für Studienabbrecher. Ziel ist es, mehr Studienabbrecher in eine duale Ausbildung zu vermitteln. 

Dass Erwerbspotential ungenutzt brachliegt, darauf macht ddn regelmäßig aufmerksam. Insbesondere in der Beschäftigung älterer Arbeitnehmer sieht ddn ein großes Potential, das von Unternehmen verstärkt genutzt werden sollte.