Unternehmen reagieren zögerlich auf demographischen Wandel

16.09.13

Eine aktuelle Studie von Towers Watson zeigt: Der strategischen Bewältigung des demographischen Wandels schreiben 70 Prozent der Unternehmen einen wesentlichen Einfluss auf ihren künftigen wirtschaftlichen Erfolg zu. Bei zwei Drittel der Unternehmen (67 Prozent) sind demographiebedingt bereits Änderungen in der Altersstruktur der Belegschaft sichtbar. Über die Hälfte (53 Prozent) klagt über Fachund Führungskräftemangel. Dennoch hat laut der Studie erst ein Drittel (33 Prozent) demographiebezogene Maßnahmen geplant bzw. umgesetzt. Bei der Suche nach gesamtgesellschaftlichen Lösungsansätzen hoffen Unternehmen vor allem auf Zuwanderung (81 Prozent). Von der Politik fühlt sich jedoch fast kein Unternehmen genügend unterstützt (nur 5 Prozent geben hier eine positive Antwort).

Dies sind die Kernaussagen der Towers-Watson-Studie Demografischer Wandel - Status Quo und Herausforderungen für Unternehmen. Befragt wurden HR- und Demografieverantwortliche aus 116 Unternehmen mit insgesamt rund 700.000 Mitarbeitern in Deutschland und Österreich.
"Die Befragungsergebnisse zeigen eindrücklich, dass die demografischen Veränderungen bereits eingesetzt haben", berichtet Dr. Reiner Schwinger, Managing Director bei Towers Watson. "Die veränderte Altersstruktur, der Fachkräftemangel und die verlängerte Lebensarbeitszeit durch die Rente mit 67 werfen vielfältige und tiefgreifende Folgefragen auf. Unternehmen sollten jetzt überlegen, wie sie Arbeitsprozesse künftig gestalten. Darauf müssen die strategische Personalplanung, Karrieremodelle und die Maßnahmen für einen schrittweisen Übergang vom aktiven Erwerbsleben in den Ruhestand abgestimmt werden. Dabei hilft es nicht, isolierte Einzelmaßnahmen vorzuschieben. Vielmehr ist eine integrierte Gesamtplanung erforderlich, die sowohl HR-Aspekte als auch die Auswirkungen des demografischen Wandels auf Konsumenten, Nachfrage und gesamtwirtschaftliche Zusammenhänge berücksichtigt".

Eine Infografik zur Studie finden Sie hier.

Ein Interview zur Studie finden Sie hier.