Uni Rostock mit neuer Studie zum Fachkräftemangel

24.10.13

Bei Elektroingenieuren droht ein Fachkräftemangel, in kaufmännischen Berufen dagegen nicht. Zu diesem Ergebnis kommt die neue Studie „Berufe im demografischen Wandel“ der Universität Rostock. Die Studie wurde vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales finanziert. Für zwölf Berufsordnungen aus vier Bereichen hat das Rostocker Forscherteam untersucht, wie groß die Risiken sind, dass künftig Fachkräftemangel herrscht. 

In Fertigungs- und Gesundheitsberufen sowie bei Elektroingenieuren steigt der Altersdurchschnitt der Beschäftigten deutlich an. Auf 34 Prozent könnte der Anteil der über 55-jährigen Elektroingenieure bis 2020 ansteigen, im Jahr 2011 lag dieser noch bei 17 Prozent. Übersetzt bedeutet das, dass künftig deutlich mehr Elektroingenieure in Ruhestand gehen als nachkommen. Die Gründe für diese Entwicklung liegen auch darin, dass Elektroingenieure erst spät in das Berufsleben eintreten und relativ früh wieder aufhören zu arbeiten. 

Ingenieur ist aber nicht gleich Ingenieur. Seit 2008 ist die Gruppe der Wirtschaftsingenieure jünger als der Durchschnitt aller Ingenieursberufe, und das wird auch bis 2020 so bleiben. Gründe hierfür liegen in der gestiegenen Zahl an Absolventen dieser Fachrichtung. 

In den kaufmännischen Berufen werden die Belegschaften zwar auch älter. Aber zum einen sind die Arbeitsplätze auch für Ältere attraktiv, darüber hinaus gibt es vielfältige Zugangswege zu diesen Berufen. 

Die Empfehlungen der Rostocker Forscher: Gezielte Einwanderung, arbeitssparender technischer Fortschritt und mehr Frauen in Vollzeitjobs. Allerdings müssen diese Instrumente auf die spezifischen Gegebenheiten der einzelnen Berufsgruppen zugeschnitten eingesetzt werden. Eine Empfehlung gilt allerdings für alle Berufsgruppen gleich: die Rente mit 67 muss tatsächlich auch umgesetzt werden, damit möglichst mehr Beschäftigte länger arbeiten.