Trotz Niedrigzins: Betriebliche Altersvorsorge zahlt sich aus

31.07.13

Rechnerisch moderat, psychologisch riskant - so lautet die Einschätzung der aktuellen Niedrigzinsphase für die betriebliche Altersvorsorge (bAV). Auf dem  jährlichen bAV-Treffen des ddn-Medienpartners „Personalwirtschaft“ diskutierten namhafte bAV-Experten, darunter auch ddn-Vorstand Rudolf Kast, welche Auswirkungen die EZB Niedrigzinspolitik auf die betriebliche Altersvorsorge (bAV) hat (ausführliche Dokumentation unter „Publikationen“). Rein rechnerisch seien diese moderat, so die einhellige Meinung. Denn bei Anlagelaufzeiten von 35 Jahren und mehr läge die Verzinsung, auch wenn die Niedrigzinsphase zehn Jahre anhält, immer noch bei vier Prozent oder mehr.

Größer sind da schon die psychologischen Risiken: „Die öffentliche Diskussion vermittelt oft den Eindruck, Sparen und Vorsorge lohnen sich nicht“ erläutert Kast. „Dabei müssen die Beschäftigten angesichts drohender Versorgungslücken mehr vorsorgen“ ist der ddn-Vorsitzende überzeugt. Für die betriebliche Altersvorsorge sprechen vor allen Dingen zwei Gründe: „Sie ist objektiv günstiger als die private Vorsorge, darüber hinaus sind die Beitragszahler vor dem Risiko einer Insolvenz geschützt“ fasst Kast die Vorzüge zusammen.

Dennoch hat sich in den letzten neun Jahren der prozentuale Anteil von Beschäftigten mit bAV Anwartschaften kaum erhöht. Das geht aus dem Alterssicherungsbericht 2012 der Bundesregierung hervor. Insbesondere weniger gut gebildete Beschäftigte mit geringeren Einkommen sowie Beschäftigte kleinerer Unternehmen profitieren bisher noch zu wenig von der bAV. Eine Ursache: Die begrenzten personellen Ressourcen von Personalabteilungen kleiner Unternehmen, die oftmals keine eingehende Beschäftigung mit der bAV zulassen. Kast nimmt daher Standesorganisationen und Verbände in die Pflicht: „Wenn diese gezielt beraten und Abschlüsse mit konkreten Umsetzungsangeboten für die Betriebe tätigen, würden viel mehr Beschäftigte von der bAV profitieren.“ Darüber hinaus plädiert der ddn-Vorstand für eine stärkere Verbreitung von Zeitwertkonten: „von denen profitieren auch Beschäftigte mit geringeren Einkommen, weil sie Zeit in Altersvorsorge umwandeln können.“

Das ddn Fachbuch „Betriebliche Vorsorgeinstrumente im demographischen Wandel“ (Marcel Basedow, Rudolf Kast et al.) gibt konkrete Hinweise, wie bAV auch in kleinen und mittleren Unternehmen umgesetzt werden kann. Mehr Infos dazu unter „Publikationen“.