TK-Gesundheitsreport: Das Kreuz mit dem Kreuz

20.06.14

Am 17.06.2014 erschien der Gesundheitsreport 2014 der Techniker Krankenkasse. Das Ergebnis: Deutschland hat „Rücken“. Die meisten Krankmeldungen des Jahres 2013 hatten Rückenbeschwerden als Ursache. Eine Krankschreibung aufgrund von Rückenbeschwerden dauert im Schnitt 17,5 Tage und damit fünf Tage länger als eine durchschnittliche Arbeitsunfähigkeit. 

Der Report der Techniker Krankenkasse bezieht sich auf die Daten von TK-versicherte Erwerbspersonen im Jahr 2013. Von denen geht jeder zehnte Krankschreibungstag auf das Konto von Rückenbeschwerden. Hochgerechnet auf die Gesamtbevölkerung ergeben sich 40 Millionen Fehltage bundesweit. 
Der Bericht kommt zu dem Ergebnis, dass Männer und Frauen in gleichem Maße von Rückenbeschwerden betroffen sind. Anders beim Alter, je Älter die Erwerbspersonen, desto häufiger die Rückenbeschwerden. In der Altersgruppe 15-24 sind bereits fünf Prozent der Erwerbspersonen von Arbeitsunfähigkeit wegen Rückenbeschwerden betroffen. In der Altersgruppe 55-59 liegt dieser Anteil bei neun Prozent. 

Ein entscheidender Faktor scheint die Art der Tätigkeit und die Qualifikation zu sein. Wer in Berufen arbeitet, die eine höhere Qualifikation voraussetzen, leidet weniger unter Rückenbeschwerden als Erwerbspersonen mit geringer Qualifikation. Diese üben oft körperlich anstrengende Tätigkeiten aus. 

Darüber hinaus besteht auch ein evidenter Zusammenhang zwischen psychischem Stress und Rückenbeschwerden, darauf wies TK-Chef Jens Baas bei der Präsentation des Berichts hin. 

Ausfälle wegen Rückenbeschwerden werden immer mehr ein ökonomischer Faktor. Durch die Arbeitsausfälle gehen der deutschen Wirtschaft 17 bis 20 Milliarden Euro verloren. Für einen mittelständischen Betrieb mit 60 Mitarbeitern hieße das, jedes Jahr auf die Mitarbeit von fünf Beschäftigten für zweieinhalb Wochen zu verzichten.
Angesichts älter werdender Belegschaften kann die Schlussfolgerung nur lauten: Arbeitsplätze alternsgerecht einrichten, Präventionsmaßnahmen anbieten und bewerben und einen produktiven Umgang mit Stress ermöglichen. Das Geld, das diese Maßnahmen kostet, zahlen die gesunden Mitarbeiter durch ihre Arbeitskraft mehrfach zurück. 

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