Strategien für eine demographiefeste Arbeitswelt

25.07.11

Die Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA) sieht eine langfristig angelegte Prävention als elementaren Baustein für eine demographiefeste Arbeitswelt. Nur wenn die geistige Flexibilität der Beschäftigten durch lebenslanges Lernen dauerhaft erhalten bleibt und ein Wechsel von Belastungen erfolgt, sind Tätigkeitswechsel im Lebensverlauf möglich. ddn unterstützt die INQA-Strategie für eine demographiefeste Arbeitswelt.

Die INQA zeigt in ihrem neuen Memorandum auf, dass durch geeignete Maßnahmen im Bereich Arbeitsgestaltung, Gesundheit und Qualifizierung die Auswirkungen durchschnittlich älterer Belegschaften gemeistert werden können. Im Alter können zwar manche Fähigkeiten wie das das Seh- und Hörvermögen abnehmen. Ältere entwickeln jedoch andere Fähigkeiten, mit denen sie das ausgleichen. Zudem nehmen Kompetenzen wie Lebenserfahrung oder Verantwortungsbewusstsein im Laufe eines Lebens zu.

Unterschiede in der beruflichen Leistungsfähigkeit entstehen nicht zwischen, sondern in den verschiedenen Altersgruppen. In wissenschaftlichen Studien konnte nachgewiesen werden, dass in erster Linie nicht das Lebensalter, sondern Arbeitsbedingungen und Lebensgewohnheiten die Arbeits- und Leistungsfähigkeit beeinflussen. Wer also auf sich achtet, sich weiterbildet und etwas für seine Gesundheit tut, wird länger und besser arbeiten können, als jemand der das nicht tut. Ergonomisch gestaltete Arbeitsplätze, systematische Belastungswechsel und Lernanreize fördern die physische und psychische Leistungsfähigkeit von Menschen aller Altersgruppen. 

Die INQA verfolgt mit diesem erweiterten Präventionsverständnis eine langfristige Perspektive und betrachtet die gesamte Erwerbsbiographie eines Menschen unter dem Aspekt Gesundheit und Beschäftigungsfähigkeit. Damit knüpft sie an ihr Memorandum aus dem Jahr 2004 „Demografischer Wandel und Beschäftigung“ an, das als Initialzündung für ddn gesehen werden kann. 

„Das erste INQA-Memorandum kann in seiner Bedeutung nicht überschätzt werden. Es hat gezeigt, dass das Wissen, Demographie zu gestalten, vorhanden ist und es Zeit ist, praxistaugliche Konzepte zu entwickeln. Das zweite Memorandum geht diesen Schritt weiter und wird von ddn voll und ganz mitgetragen“, sagt ddn-Geschäftsführer Dr. Rainer Thiehoff.

Alter(n)sgerechte Arbeitsgestaltung, betriebliche Gesundheitsförderung und Lebenslanges Lernen bleiben die Kernpunkte der INQA-Aktivitäten in Sachen Demographie und werden künftig noch stärker als bislang miteinander verzahnt.

Im neuen Memorandum „Mit Prävention die Zukunft gewinnen – Strategien für eine demografiefeste Arbeitswelt“ gibt die INQA Empfehlungen, wie Unternehmen betriebsindividuelle Maßnahmen entwickeln und zu einer passenden Strategie für eine demographiefeste Personalpolitik ausbauen können. 

Die Eckpunkte der Strategie im Einzelnen sind: 

  •  Die flächendeckende Umsetzung einer gesundheitsgerechten und -förderlichen Gestaltung der Arbeit und der betrieblichen Arbeitsorganisation,
  •  Der Erhalt und die Förderung der Gesundheit der Beschäftigten als wichtiges Unternehmensziel,
  •  Die positive Beeinflussung der Beschäftigungsfähigkeit durch einen gesundheitsförderlichen Lebensstil,
  •  Lebenslanges Lernen als notwendige Voraussetzung für eine über das gesamte Erwerbsleben andauernde Arbeits- und Beschäftigungsfähigkeit als Selbstverständlichkeit für Arbeitnehmer und Betriebe,
  •  Die Förderung von Tätigkeits- und damit Belastungswechseln in der Berufsbiografie zum Erhalt der Beschäftigungsfähigkeit.

Interessierte finden in dem Memorandum aktuelle Studien, Analysen und Hintergrundinformationen sowie Good-Practice-Beispiele und konkrete Handlungsempfehlungen. Das Zweite Memorandum des thematischen Initiativkreises INQA-Demographie kann hier als Printausgabe bestellt oder als PDF heruntergeladen werden.