Rentenprojekt II: Große Koalition berät über Flexi-Rente

01.07.14

Die Flexi-Rente deutet sich als nächstes Rentenprojekt auf der Agenda der großen Koalition an. Nach der Sommerpause wird sich eine Arbeitsgruppe mit dem Thema befassen, die schon im Herbst Ergebnisse liefern soll. Dass eine Erwerbstätigkeit über das gesetzliche Rentenalter hinaus ermöglicht werden soll, scheint unumstritten. Auseinander gehen die Meinungen bei der Frage, wie früh eine Flexi-Rente bereits in Anspruch genommen werden kann.

Einig sind sich Union und SPD, dass die Flexi-Rente helfen kann, die Folgen des demographischen Wandels zu bewältigen. Sie soll Erwerbstätigen die Möglichkeit geben, über das gesetzliche Rentenalter hinaus ihren Beruf auszuüben. Unterschiedliche Auffassungen gibt es in der Frage, ob für eine Erwerbstätigkeit nach Erreichen des gesetzlichen Rentenalters Sozialabgaben gezahlt werden sollen. Während wirtschaftsnahe Kreise in der CDU darauf hinweisen, dass dies zu zusätzlichen Belastungen der Arbeitgeber führt, scheint in der SPD mehrheitlich der Vorteil gesehen zu werden, dass Beschäftigte so zusätzliche Rentenansprüche aufbauen und ihre Altersversorgung verbessern können.

Völlig offen scheint, ab welchem Alter eine Flexi-Rente in Anspruch genommen werden kann. Der DGB hat diese Diskussion mit dem Vorschlag befeuert, dass eine Teilrente ab 60 möglich sein soll. Das scheint in beiden Koalitionsparteien kritisch gesehen zu werden. Die Union bewertete den Vorschlag als wirklichkeitsfremd und wies darauf hin, dass eine Teilrente ab 60 zu geringeren Zahlungen in die Rentenkassen führen würde und diese damit zusätzlich unter Druck setze. Darüber hinaus würde sie das falsche rentenpolitische Signal setzen. Die SPD glaubt, dass von der Teilrente mit 60 vor allen Dingen Besserverdiener profitieren würden und diese mehr soziale Ungleichheit schaffen würde.

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