Renteneintrittsalter: Nein zur Uniformität

11.07.12

Wann die Europäer zukünftig in Rente gehen sollen, wird heiß diskutiert. Wie sie es schaffen, länger zu arbeiten und ihre Gesundheitsfähigkeit zu erhalten, wird dabei häufig außen vor gelassen. Die Europäische Kommission plant nun eine einheitliche Anhebung des Rentenalters, angepasst an die gestiegene Lebenserwartung der Europäer. Die automatische Kopplung des Rentenalters an die Lebenserwartung hatte die EU-Kommission bereits  im Frühjahr in ihrem Weißbuch Rente vorgeschlagen.

Die Deutsche Rentenversicherung befürchtet, dass eine einheitliche Anhebung des Renteneintrittsalters den Regierungen in Europa den Spielraum nimmt, das Renteneintrittsalter an nationale Entwicklungen im Arbeitsmarkt anzupassen. Die Überlegung der EU-Kommission entspräche nicht den Bedürfnissen der deutschen und europäischen Arbeitnehmer und würde vor allem deren Lebens- und Arbeitsqualität  erheblich einschränken. 

Auch das Demographie Netzwerk e.V. (ddn) ist gegen ein starres Renteneintrittsalter und plädiert für einen flexiblen Übergang in die Rente, der an den Erwerbsbiographien der Arbeitnehmer orientiert ist. Die Rahmenbedingungen sollten so gestaltet werden, dass Menschen länger und besser arbeiten können. ddn schlägt vor, Rentenübergänge zu flexibilisieren, einen späteren Ausstieg zu belohnen und Arbeitsbedingungen in Unternehmen alters- und alternsgerecht zu gestalten.

Auf der ddn Website unter dem Themendossier „Gesund arbeiten – flexibel in Rente“ finden Interessierte weitere Informationen zum einheitlichen Renteneintrittsalter.