Rente bald mit 69?

18.03.13

Schon 2015 beginnt mit dem Renteneintritt der Babyboomer die Belastungsprobe für das Rentensystem. Bis 2035 steigt die Zahl der Rentner je Beitragszahler stark an, bis 2060 werden die Rentenausgaben stark wachsen. Um die zukünftigen Beitragszahler zu entlasten und das Absinken des Rentenniveaus zu dämpfen, schlägt die Bertelsmann Stiftung in einer kürzlich veröffentlichten Studie die Anhebung des gesetzlichen Rentenalters auf 69 vor. Auch die Enquete-Kommission des Bundestags "Wachstum, Wohlstand, Lebensqualität" diskutiert Medieninformationen zufolge die Erhöhung des gesetzlichen Rentenalters auf 69 Jahre bis zum Jahr 2060.

Je länger wir leben, desto länger müssen wir arbeiten. Das äußerte Prof. Dr. Axel Börsch-Supan, Direktor am Max-Planck-Institut für Sozialrecht und Sozialpolitik und ddn-Beiratsmitglied, bereits Anfang des Jahres im ddn Interview. Die Begründung: Wenn wir älter werden, kann eine auskömmliche Rente nur mit mehr Arbeitszeit erkauft werden.

Längeres Arbeiten überhaupt zu ermöglichen, ist eine Herausforderung für die Arbeitgeber. Denn es bedeutet auch, Arbeitnehmer mit körperlich anspruchsvollen Tätigkeiten in fortschreitendem Alter rechtzeitig auf passendere und körperlich schonende Arbeitsplätze vorzubereiten. Natürlich wird nicht jeder bis 69 arbeiten können. Wichtig ist aber, das Gros der Arbeitnehmer in die Lage zu versetzen, länger zu arbeiten als bisher.

Besser als eine starre Altersgrenze sind daher flexible Formen des längeren Arbeitens. Viele ältere Menschen sind fit und bleiben gerne aktiv. Denen muss man die Möglichkeit geben, ihre Lebensarbeitszeit zu verlängern – wenn sie wollen. „Die Möglichkeiten, gleitend in den Ruhestand zu gehen, sind aber noch viel zu gering“, sagt ddn-Geschäftsführer Dr. Rainer Thiehoff. Instrumente und Programme dafür gäbe es viele. Sie reichen vom betrieblichen Gesundheitsmanagement bis hin zu Lebensarbeitszeitkonten. 

Viele ddn Mitgliedsunternehmen praktizieren solche Ansätze bereits. Sie haben erkannt, dass sie angesichts des wachsenden Fachkräftemangels nicht auf das Potential älterer Arbeitnehmer verzichten können.

Mehr zum Thema „Flexibles Renteneintrittsalter“ und gesundes längeres Arbeiten finden Sie hier.