Psychische Belastungen raus aus der Tabuzone holen

15.08.12

Psychische Erkrankungen spielen in der Arbeitswelt eine immer größere Rolle, das  zeigt der Blick auf die Zahlen. Die Anzahl der Arbeitsunfähigkeitstage ist von 33,56 Millionen Tagen im Jahr 2001 auf bundesweit 53,6 Millionen Tage angestiegen. Der prozentuale Anteil psychischer Erkrankungen wuchs im selben Zeitraum von zwei Prozent im Jahr 2001 auf zwölf Prozent  im Jahr 2010. Der Anteil von krankheitsbedingten Frühberentungen auf Grund von psychischen Störungen stieg in den letzten 17 Jahren von 15,4 Prozent auf 40 Prozent. Damit sind psychische Störungen die häufigste Ursache für Frühverrentung in Deutschland.

Nachzulesen sind diese Zahlen in der neuen Publikation „Kein Stress mit dem Stress“, die im Rahmen des Projekts „Psychische Gesundheit in der Arbeitswelt – psyga-transfer“ von der Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA), dem Deutschen Netzwerk für betriebliche Gesundheitsförderung DNBGF und  dem BKK Bundesverband gemeinsam herausgegeben wird. 

Der Handlungsbedarf ist unstrittig, wie aber können Unternehmen das Thema angehen? Gerade psychische Belastungen werden oft als heikel empfunden und sind für viele Beschäftigte ein Tabuthema. „Kein Stress mit dem Stress“ gibt Führungskräften praktische Tipps, wie sie in ihren Unternehmen das Thema auf die Agenda setzen können. Den Start macht ein Schnelltest, der Aufschluss über das Ausmaß der psychischen Belastungen gibt. Was folgt sind Tipps und Erfahrungsberichte, wie das Bewusstsein für psychische Gesundheit im Arbeitsalltag gestärkt werden kann. Die Broschüre steht hier zum kostenlosen Download bereit. 

Eher wissenschaftlich nähert sich die Publikation baua:aktuell 2/2012 dem Thema. Die Veröffentlichung der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) berichtet regelmäßig über Ergebnisse von Forschung und Forschungsanwendung. Ihre aktuelle Ausgabe widmet sich dem Schwerpunkt psychische Belastungen und steht hier zum kostenlosen Download bereit. 

Auch der ddn-Arbeitskreis Gesundheit befasst sich mit der psychischen Gesundheit am Arbeitsplatz. ddn-Mitglieder haben hier die Möglichkeit, im Austausch mit erfahrenen Praktikern aus Unternehmen Wege zu diskutieren. Weitere Infos dazu erhalten Interessierte über die ddn Geschäftsstelle.