Presse: Fachkräftemangel: Know how der Generation 50 nutzen

10.08.10

Dortmund, 06.08.2010: Das Demographie-Netzwerk ddn fordert Politik und Wirtschaft auf, das im Land verfügbare Arbeitskräftepotenzial besser auszuschöpfen, um dem zunehmend dramatischen Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Damit dies gelingt, müssen Frauen, Migranten sowie die Generation 50+ besser ins Erwerbsleben integriert werden. Insbesondere die konsequente Nutzung der Kompetenzen der Generation 50+ kann einen wertvollen Beitrag dazu leisten, dem prognostizierten Fachkräftemangel entgegenzuwirken.

Grundsätzlich begrüßt das ddn die jüngsten Initiativen der beiden Kabinettsmitglieder, Bundeswirtschaftsminister Brüderle und Bundesfamilienministerin Schröder, dem drohenden Problem des Fachkräftemangels entgegenzuwirken. Das Netzwerk teilt die Einschätzung der Minister, dass der Fachkräftemangel eines der Schlüsselprobleme der deutschen Wirtschaft in den nächsten Jahren sein wird. Die deutsche Wirtschaft kann es sich auf Dauer nicht leisten, im Land bereits vorhandene Personalressourcen ungenutzt zu lassen. Dazu gehören aus Sicht des ddn neben der Generation 50+ auch Frauen, Auszubildenden, Studenten und Arbeitslose. 

Die Vorschläge von Bundeswirtschaftsminister Brüderle greifen jedoch zu kurz. „Die vorgeschlagene Absenkung der Einkommensuntergrenze auf 66.000 EUR wird insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen nicht ausreichen, weil die Schwelle immer noch zu hoch angesetzt ist. Grundsätzlich können wir nicht allein auf die Zuwanderung setzen, um dem Fachkräftemangel wirksam entgegenzutreten“, so Dr. Jürgen Pfister, Vorsitzender des ddn. Auf uneingeschränkte Zustimmung des Netzwerks stoßen dagegen die Vorschläge von Bundesfamilienministerin Schröder. Sie setzt auf eine verstärkte Erwerbstätigkeit von Frauen, Migranten sowie der Generation 50+. Das Demographie-Netzwerk begrüßt insbesondere den jüngsten Vorschlag von Frau Schröder, mehr ältere Arbeitnehmer (über 50-jährige) ins Erwerbsleben zu integrieren.

Das ddn sieht in der höheren Erwerbsbeteiligung älterer Arbeitnehmer einen entscheidenden Wettbewerbsfaktor für den Standort Deutschland und für die einzelnen Unternehmen. „Gerade in einer Wissensökonomie werden die Stärken älterer Mitarbeiter immer wichtiger“ führt Pfister aus. Entscheidend ist, das Know how der Älteren zu erhalten und weiter zu entwickeln. Doch hier bestehen noch erhebliche Defizite. Zwar ist die Beschäftigungsquote der über 50-Jährigen in Deutschland in den letzten Jahren auf 51% gestiegen. Aber nahezu die Hälfte der Unternehmen in Deutschland beschäftigt keine über 50-jährigen Mitarbeiter. Die Beteiligung an berufsbegleitenden Weiterbildungen nimmt in Deutschland im Laufe der Erwerbsbiographie rapide ab. „Dabei ist sie ein zentraler Schlüssel zur Erhaltung der Beschäftigungsfähigkeit älterer Arbeitnehmer und zur Bekämpfung des Fachkräftemangels“, so Pfister.

Darüber hinaus sieht ddn die Notwendigkeit, neue Modelle der Arbeitskultur zu entwickeln. Sie können dem Einzelnen die Chance geben, durch eine neue Qualität der Arbeit insbesondere seine psychische Gesundheit zu erhalten und länger am Erwerbsleben teilzunehmen.

Das Demographie-Netzwerk ddn e.V. ist ein Zusammenschluss von mehr als 200 Unternehmen und Verbänden. Ziel des ddn ist es, den demographischen Wandel in Unternehmen als Chance für eine neue Qualität der Arbeit zu begreifen und eine Plattform für den Wissenstransfer zwischen Unternehmen zu bieten. Dazu hat das ddn regionale Unternehmensnetzwerke aufgebaut, die Unternehmern und Personalverantwortlichen Austausch über Erfahrungen und Ansätze, den Auswirkungen des demographischen Wandels aktiv zu begegnen, bietet.


Pressekontakt

Dr. Rainer Thiehoff, Geschäftsführer ddn,
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