Neue Zahlen vom Ausbildungsmarkt: Der Nachwuchs wird knapp

14.08.13

Nur wenig mehr Bewerber als Stellen - kurz vor Beginn des neuen Ausbildungsjahres stehen den noch 146.600 unbesetzten Lehrstellen 157.200 bislang unversorgte Bewerberinnen und Bewerber gegenüber. Rein numerisch legen die Zahlen der Bundesagentur für Arbeit vom Juli 2013 den Schluss nahe, dass Unternehmen gerade so ihren Bedarf an Auszubildenden decken können. In der Praxis sieht das allerdings anders aus.

Zunächst bestehen regionale Unterschiede. Während in Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Bayern, Thüringen und Baden-Württemberg Bewerbermangel herrschen, gibt es in Berlin, Nordrhein-Westfalen, Hessen und Niedersachsen mehr Bewerber als Lehrstellen. Zudem sind die Berufe unterschiedlich stark nachgefragt. Laut Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) blieb beispielsweise im letzten Ausbildungsjahr jede dritte Lehrstelle für Restaurantfachleute unbesetzt. 

Ein weiterer Knackpunkt: Der ideale Ausbildungsbewerber ist für Unternehmen immer schwieriger zu finden. Rund 50 Prozent der Schulabgänger haben Abitur in der Tasche. Und 54 Prozent der Abiturienten wählte den Weg an eine Hochschule, so das Statistische Bundesamt. Die Folge: Immer weniger Schulabgänger wählen eine Berufsausbildung. 

Dass sich Ausbildungsangebote und Bewerber zahlenmäßig die Waage halten, ist auch den doppelten Abiturientenjahrgängen in Hessen und Nordrhein-Westfalen zu verdanken. Künftig wird die Auszubildendensuche durch den demographischen Wandel deutlich erschwert werden. Das ergab eine Berechnung des BIBB und des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) vom Mai 2012. 11,5 Millionen Fachkräfte mit abgeschlossener Berufsausbildung werden zwischen 2010 und 2030 den Arbeitsmarkt verlassen. Nachrücken werden aber nur 7 Millionen Menschen. Lediglich für den akademischen Bereich wurde ein um 1,7 Millionen größerer Zulauf errechnet und dürfte den Fachkräfteengpass mit mittleren Bildungsabschlüssen weiter verstärken.