Nachwuchsakquise: Geld ist nicht zentrales Argument

27.06.14

Unternehmen in Deutschland müssen sich immer mehr einfallen lassen, um ihren Bedarf an Fachkräftenachwuchs sicherzustellen. Ein Trend, der sich abzeichnet: Geld allein macht nicht mehr den Unterschied. Immer wichtiger werden Anreize wie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und die beruflichen Entwicklungsmöglichkeiten.

So hat der VW-Konzern beispielsweise keine Probleme, Fachkräftenachwuchs zu finden. Ganz im Gegenteil, VW-Personalvorstand Horst Neumann äußerte im FOCUS, dass das Unternehmen heute leichter geeignetes Personal finde als noch vor zehn Jahren. Der Grund dafür scheinen die vielfältigen Entwicklungsmöglichkeiten zu sein, aber auch die Bekanntheit und Ausstrahlung der Marke VW selbst. Wer für ein Unternehmen arbeitet, möchte auch stolz auf dessen Produkte sein können.

Viele Unternehmen setzen auf Incentives sowie auf „Mitarbeiter-werben-Mitarbeiter“ Programme. Die Unternehmen lassen sich diese Programme einiges kosten, ein attraktiver Anreiz für Beschäftigte, im eigenen Bekanntenkreis selbst nach den künftigen Kollegen Ausschau zu halten. Das funktioniert aber nur, wenn die Mitarbeiter selbst zufrieden mit ihrem Arbeitgeber sind. Daher gehören Mitarbeiterbefragungen für viele Unternehmen heute zum Standard. 

Gerade bei hoch qualifizierten Nachwuchskräften scheint Geld als zentrales Argument ausgedient zu haben. Der Grund: Hoch Qualifizierte erben oft auch gut, diesen Zusammenhang hat die Uni Bamberg vor wenigen Jahren in einer Studie aufgedeckt. Nelson Taapken von der Unternehmensberatung EY bestätigt, dass es gerade bei hoch qualifizierten nicht mehr in erster Linie um den sozialen Aufstieg gehe. An Gewicht gewinnen dagegen flexible Arbeitsmöglichkeiten als Alternative zur Präsenzkultur und alternative Arbeitszeitmodelle. Gerade in Familien und Partnerschaften zeichnen sich Veränderungen ab, die mehr das Gesamtkunstwerk Leben im Blick haben und den Fokus nicht mehr allein auf berufliches Gelingen legen. 

ddn-Mitglieder sind herzlich eingeladen, im ddn Arbeitskreis Employer Branding/Personalmarketing und Rekrutierung mitzuarbeiten. Der Arbeitskreis wird geleitet von Marco M. Reich, Leiter internationale Qualifizierung, Audi AG, und Heike Andreschak, Geschäftsleitung HR Development & Employer Branding Batz & Team Management GmbH.