Müntefering kritisiert Demographiestrategie der Bundesregierung

19.07.12

Nur wenige Monate nach Verabschiedung der Demographiestrategie der Bundesregierung hat der ehemalige Bundesarbeitsminister und SPD-Vorsitzende Franz Müntefering das Vorhaben scharf kritisiert. Die Demographiestrategie der Bundesregierung behandle nur den Zeitraum bis 2030. Bis dahin, sagt Müntefering, werde der demographische Wandel noch keine Probleme verursacht oder einen grundlegenden Wandel in der Gesellschaft hervorgerufen haben. Man müsse die Jahre zwischen 2040 und 2060 berücksichtigen, da in diesem Zeitraum die geburtenstarken Jahrgänge in Rente gehen werden. Nach der neuesten Berechnungen des Bundesministerium des Innern, wird die Zahl der Menschen im erwerbsfähigen Alter bis 2050 um mehr als sechs Millionen sinken. Deshalb fordert Müntefering umfassende Maßnahmen in den Bereichen Fachkräftesicherung, Bildung, Pflegereformen und Berufschancen für Frauen.

ddn für eine zentrale Koordinierung demographischer Fragen
Um dem demographischen Wandel zu begegnen, bedarf es einer langfristig angelegten Strategie. Das fordert auch ddn. In diesem Hinblick ist die Demographiestrategie der Bundesregierung ein erster, richtiger Schritt, denn eine zentrale Koordinierung demographischer Fragen ist unumgänglich. Die Einrichtung eines Demographieministeriums wäre zudem eine weitere Möglichkeit, den demographischen Wandel umfassend und aktiv zu gestalten. Die Forderung nach einem Demographieministerium darf aber nicht mit einem Ruf nach mehr staatlicher Regelung verwechselt werden. ddn plädiert dafür, dass die Politik einen Rahmen schafft, der betroffene Unternehmen, Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu Beteiligten für die Überwindung der Herausforderungen macht. Sie müssen Erfahrungen und Wissen austauschen können. ddn bietet Unternehmen und der Politik mit seinen regionalen Netzwerken eine Plattform für diesen Austausch.