Koalition beschließt flexiblere Rentenübergänge

28.05.14

Die Beschäftigungsquote von über 65 Jährigen in Deutschland ist noch steigerungsfähig. Das kürzlich beschlossene Rentenpaket beinhaltet deswegen die so genannte Flexi-Rente, die der Rente mit 63 ein Stück weit entgegenwirkt. 

So wird es Arbeitgebern in Zukunft möglich sein, Mitarbeiter über die reguläre Rentengrenze hinaus mit befristeten Arbeitsverträgen weiter zu beschäftigen. Dies ist dann möglich, wenn Arbeitgeber und Arbeitnehmer noch vor Renteneintritt eine dementsprechende Vereinbarung treffen. Das Teilzeit- und Befristungsgesetz erlaubt schon heute eine Beschäftigung mit befristetem Arbeitsvertrag – allerdings dürfen bis jetzt ältere Arbeitnehmer vor einer befristeten Anstellung entweder nicht beim in Frage kommenden Betrieb beschäftigt gewesen oder müssen zuvor mindestens vier Monate arbeitslos gewesen sein. 

Der Vorsitzende der CDU-Mittelstandsvereinigung, Carsten Linnemann, wird bis Herbst mit einer Arbeitsgruppe „Flexi-Rente“ detaillierte Vorschläge für flexiblere Übergänge in die Rente vorlegen. So soll zum Beispiel darüber beraten werden, ob Bedingungen zur Wiederbeschäftigung von Menschen, die erst während der Rente den Wunsch verspüren, wieder zu arbeiten, nicht vereinfacht oder abgebaut werden sollen. Auch die Frage nach der Erhebung von Sozialabgaben wird Thema in der Arbeitsgruppe sein. 

Von den Sozialpartnern wird die „Flexi-Rente“ unterschiedlich bewertet. DGB Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach äußerte Kritik am Modell: Für Krankenschwestern und Dachdecker sei schon die Rente mit 65 nicht zu schaffen. Dem widerspricht Rainer Dulger, Präsident von Gesamtmetall, ganz entschieden. Die Tatsache, dass sich in der Metall- und Elektrobranche die Zahl der Mitarbeiter der Altersklasse „60+“ in den letzten 13 Jahren mehr als verdoppelt habe, sieht er als Beleg, dass die Menschen länger arbeiten können und wollen. Man solle niemandem Steine in den Weg legen, der über das Erreichen der Altersgrenze hinaus arbeiten möchte. Zudem spreche aus medizinischer Sicht nichts gegen eine Erweiterung der Lebensarbeitszeit. 

Mit Spannung werden nun die Vorschläge der Arbeitsgruppe „Flexi-Rente“ erwartet, die diese im Herbst vorlegen wird. Das Demographie Netzwerk e.V. begrüßt auf alle Fälle die gesellschaftliche Debatte um einen flexiblen Renteneintritt.