Knackpunkt Kinderbetreuung: Erwerbstätigenquote bei Frauen

09.04.14

Mit 71,5 Prozent im Jahr 2012 lag die Erwerbstätigenquote von Frauen in Deutschland so hoch wie nie zuvor. Das zeigt der aktuelle Fachkräfte-Fortschrittsbericht des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales vom März 2014. Im Jahr 2006 lag diese Quote noch bei 65 Prozent. Allerdings: Die Erwerbstätigenquote insgesamt liegt mit 76,7 Prozent deutlich höher als die der Frauen. Darüber hinaus sind viele Frauen in Teilzeit berufstätig und arbeiten im Schnitt 18,6 Stunden. Im EU Vergleich arbeiten nur portugiesische Frauen weniger.

Dabei würden Frauen in Deutschland gerne mehr arbeiten, das gilt insbesondere für Mütter. Der Knackpunkt: Die mangelnden Betreuungsangebote. Mehr als die Hälfte der nichtberufstätigen Mütter wäre gern berufstätig, sofern geeignete Kinderbetreuungsangebote zur Verfügung stünden.Weil diese oft fehlen oder nicht in ausreichendem Maße zur Verfügung stehen, bleibt die Vereinbarkeitvon Beruf und Familie für viele Mütter nur ein Wunsch. 

Von allen Frauengruppen nehmen Mütter mit Migrationshintergrund am wenigsten am Erwerbsleben teil. Laut Mikrozensus von 2011 sind von 1,1 Mio.und damit 52 Prozent dieser Personengruppeerwerbstätig.Das zentrale Problem scheint hier jedoch die fehlende Ausbildung zu sein. Rund 46 Prozent der Mütter mit Migrationshintergrund verfügen über keinen Berufsabschluss.
Der Fortschrittsbericht Fachkräfte zeigt, dass es Fortschritte bei der Erwerbsbeteiligung von Frauen gibt, allerdings nicht in gleichem Maße, wie das beispielsweise bei den Älteren der Fall ist. Abhilfe schaffen können Maßnahmen zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf, insbesondere bei den Angeboten von Kinder- und Ganztagsbetreuung in guter Qualität.