Jung, ledig… ausgebildet? – qualifizierte Fachkräfte dringend gesucht

01.06.12

Mehr als 80.000 Lehrstellen werden dieses Jahr unbesetzt bleiben. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Umfrage des Deutschen Industrie und Handelskammertags, kurz DIHK. Danach tun sich Unternehmen zunehmend schwer, qualifizierten Nachwuchs zu finden. Das Problem: Aufgrund der demographischen Entwicklung sinkt die Zahl der Schulabgänger und damit auch das zukünftige Erwerbspersonenpotenzial. Die Industrie, insbesondere die Metall- und Elektrobranche, das Handwerk und der Handel sind betroffen. Auch qualifizierte Mathematiker, Informatiker, Naturwissenschaftler und Techniker werden händeringend gesucht. Viele Firmen reagieren bereits mit verstärkter Nutzung des vorhandenen Potenzials auf dem Arbeits- und Ausbildungsmarkt. Durch spezielle Gesundheitstrainings und präventive Gesundheitsmaßnahmen am Arbeitsplatz werden Arbeitnehmer länger im Erwerbsleben gehalten. Auch durch den sich verändernden Ausbildungsmarkt werden brachliegende Potenziale stärker als bisher genutzt: Dies reicht von Förderprogrammen für Geringqualifizierte über Nachholmöglichkeiten eines Abschlusses bis hin zu Weiterbildungsprogrammen für ältere Arbeitnehmer.   

Auch die Bundesregierung empfiehlt in ihrem am 9. Mai erschienenen Berufsbildungsbericht, das inländische Potenzial von Frauen und älteren Arbeitnehmern stärker als bislang auszuschöpfen. Gleichzeitig solle eine gesteuerte Zuwanderung von Fachkräften den demografischen Effekt abmildern. Doch selbst wenn dies gelänge, stehe der Ausbildungsmarkt vor großen Herausforderungen, so der Bericht. Viele Unternehmen fordern deswegen eine Verbesserung des Bildungssystems. Jugendliche und Geringqualifizierte müssten besser ausgebildet werden, Frauen müssten mehr Möglichkeiten haben Teilzeit zu arbeiten und Ältere bessere Chancen, um auf dem Arbeitsmarkt zu bleiben. Auch die Zahl der Schul-, Ausbildungs- und Studienabbrecher müsse gesenkt werden. 

Die SPD fordert in Hinblick auf den Fachkräftemangel bei einer möglichen Regierungsübernahme einen „Deutschen Rat für Fachkräftesicherung“. In diesem sollen Spitzenverbände der Wirtschaft, die Gewerkschaften, die Bundesagentur für Arbeit, die Länder und die kommunalen Spitzenverbände über den Fachkräftemangel in Deutschland beraten und verbindliche Maßnahmen beschließen. 

ddn unterstützt Unternehmen dabei, ihre Betriebe demographiefest aufzustellen. Unter www.ddn-netzwerk.de finden Personaler in der Rubrik „Fachkräftesicherung“ konkrete Tipps, wie sie die Herausforderungen des demographischen Wandels stemmen können und wie ein erfolgreiches AGE-Management aussehen kann.