Jugendarbeitslosigkeit in Europa: Programme kommen nicht in Schwung

15.08.14

Junge Menschen unter 25 haben noch immer schwer an den Folgen der Finanzkrise zu leiden. In der Europäischen Union sind mehr als 5,1 Millionen der unter 25jährigen noch auf Arbeitssuche. Zwar hat die Europäische Union im vergangenen Sommer ein sechs Milliarden Euro schweres Subventionsprogramm beschlossen. Bisher haben aber lediglich Frankreich und Italien Mittel aus diesem Programm erhalten.

Insgesamt haben zwanzig der 28 EU Mitgliedsstaaten Anspruch auf die bereit stehenden Gelder. Deutschland gehört nicht dazu, denn hier können junge Menschen von der zunehmend hohen Nachfrage und dem demographischen Wandel profitieren. Die kürzlich verkündeten 277.000 arbeitslosen Jugendlichen sind der niedrigste Juli-Wert seit der Wiedervereinigung. Das ist eine Jugendarbeitslosigkeitsquote von 7,8 Prozent. Zum Vergleich: In Ländern wie Griechenland und Spanien liegt diese Quote bei über 50 Prozent. Beide Länder haben es noch nicht geschafft, Programme auf die Beine zu stellen, die sie zum Abruf der bereitstehenden Gelder berechtigen.

Italien und Frankreich haben ihre Programme darauf ausgerichtet, die von den EU-Regierungen beschlossene Jugendgarantie umzusetzen. Die besagt, dass Jugendliche innerhalb von vier Monaten nach Abschluss ihrer Ausbildung oder nachdem sie arbeitslos geworden sind, ein konkretes und qualitativ hochwertiges Angebot erhalten. Die Schätzungen darüber, was diese Jugendgarantie europaweit kostet, gehen auseinander. Während die Internationale Arbeitsorganisation die Kosten dafür mit 21 Milliarden Euro ansetzt, nannte Peter Hartz im Juni 2013 ganze 215 Milliarden Euro. Einigkeit besteht allerdings darin, dass Nichtstun auch teuer ist. Auf 150 Milliarden Euro schätzte die Europäische Kommission im Jahr die Kosten für die Unterstützung arbeitsloser Jugendlicher und der dadurch verursachten entgangenen Wirtschaftsleistung.

Angesichts des demographischen Wandels ist die Entwicklung in Europa gleich doppelt dramatisch. Denn einerseits hat eine Generation, die künftig auf dem Arbeitsmarkt dringend gebraucht wird, nur erschwerten Zugang zum Arbeitsmarkt. Darüber hinaus fehlen die so dringend benötigten Zahlungen in die gesetzlichen Rentenkassen. Beides gute Gründe, in die junge Generation Europas zu investieren.