Internationale ddn-Fachkonferenz – Prof. Dr. Jürgen Deller und Sean Sullivan

11.02.14

Sie gehören beide zu den international anerkanntesten Akteuren, wenn es um neue Konzepte geht, wie der demografische Wandel bewältigt werden kann. Prof. Dr. Jürgen Deller und Sean Sullivan werden am 20. und 21. Februar auf der ddn-Fachkonferenz „Human Economy“ ihre Konzepte und Ideen vorstellen. Einen ersten Einblick in ihre Thesen gibt das folgende kurze Potrait.

 

 

PROF. DR. JÜRGEN DELLER

Der demographische Wandel ist ein hilfreicher Weckruf für Unternehmen. Er hilft, den Fokus vom einheitlichen Zuschnitt zur maßgeschneiderten Arbeit zu verlagern. Beschäftigte unterschiedlichen Alters haben unterschiedliche Fähigkeiten und Stärken. Wenn Unternehmen diese Unterschiede verstehen lernen, haben sie die Chance, ein Verständnis dafür zu entwickeln, dass die Arbeit zum jeweiligen Beschäftigten passen muss und nicht umgekehrt. Dadurch bleiben Beschäftigte kompetent und motiviert. Die überraschende Erkenntnis: Wenn wir die Arbeit auf die Beschäftigten zuschneiden, werden sowohl ältere wie auch jüngere Beschäftigte ihren Arbeitsplatz lieben.
Unternehmen können stereotype Altersbilder am besten dadurch überwinden, dass sie in allen Altersgruppen Vorbilder für Karrieren schaffen. Dazu gehört Mut, auf beiden Seiten, der sich auszahlt.
Prof. Dr. Jürgen Deller ist Professor der Wirtschaftspsychologie an der Leuphana Universität, Lüneburg, und am Silver Workers Research Institute, Berlin.

 

 

SEAN SULLIVAN

Die Zahl älterer Fachkräfte sinkt. Gleichzeitig nehmen chronische Erkrankungen zu. Deshalb müssen Unternehmen ein besonderes Augenmerk auf die Gesundheit älterer Beschäftigter legen. Sie müssen ihre innerbetrieblichen Gesundheitsprogramme ausbauen und alles dafür tun, um frühe Erkrankungen und damit das vorzeitige Ausscheiden von Beschäftigten aus dem Berufsleben zu verhindern. Arbeitgeber müssen gemeinsam eine Strategie entwickeln, die insgesamt die Gesundheit der Bevölkerung fördert, und diese als Teil der nationalen Gesundheitspolitik etablieren. Diese muss vor allen Dingen darauf abzielen, den Ausbruch chronischer Erkrankungen möglichst weit nach hinten zu verzögern.
Um stereotype Altersbilder zu überwinden, können Unternehmen eine Human Ressource Strategie entwickeln, die die Fähigkeiten älterer Beschäftigter anerkennt und belohnt. Zudem können sie eine Gesundheitsstrategie entwickeln, die das Unternehmensziel definiert, das biologische Alter der Belegschaft stabil zu halten und daran zu hindern, zu steigen.   
Sean Sullivan ist Mitbegründer, Präsident und CEO des Institute for Health and Productivity Management IHPM, USA.