Ifo-Präsident besorgt über Verrentung der Babyboomer

22.12.14

Der Präsidenten des Instituts für Wirtschaftsforschung (Ifo), Hans-Werner Sinn, hat vor schwerwiegenden Folgen durch den demographischen Wandel gewarnt. Nur mit ökonomischen Anreizen könnte die Gefahr für den Wirtschaftsstandort Deutschland abgewendet werden.

"Wir wähnen uns stark und kräftig, weil die Babyboomer noch da sind. Aber der Eindruck täuscht", sagte Sinn dem "Handelsblatt". "In Wahrheit sind wir auf dem besten Weg, uns als dynamische Wirtschaftsnation von der Weltbühne zu verabschieden." 

Aktuell würden die Babyboomer "den Rest an wirtschaftlicher Dynamik erzeugen, der in Deutschland noch anzutreffen ist". Wenn diese Generation von 2025 bis 2035 in Rente geht, werde das Land "7,5 Millionen Rentner mehr und 8,5 Millionen erwerbsfähige Personen weniger haben". "Das wird der Wirtschaft erheblich zusetzen", prophezeit Sinn und nennt dafür zwei Gründe: Arbeitnehmer und Arbeitgeber verschwinden gleichermaßen vom Arbeitsmarkt.

Die demographische Entwicklung bedrohe neben der Wirtschaft auch "die Funktionsfähigkeit der staatlichen Sozialsysteme und damit auch die Funktion des Staatswesens an sich". Vor diesem Hintergrund fordert Sinn eine umfassende Rentenreform: So sollten die Rentenansprüche künftig von der Kinderzahl abhängig gemacht und die feste Altersgrenze für die Beendigung des Arbeitslebens vollständig abgeschafft werden. 

Sich rechtzeitig demographiefest aufzustellen, ist das Ziel der Unternehmen, die sich im ddn zusammengeschlossen haben. Zu den Schwerpunktthemen des Vereins in 2015 zählen unter anderem Fachkräftesicherung, Generationenmanagement sowie Gesundheit und Pflege.