Grüner Demografiekongress zeigte Positionen auf

06.03.13

Im Vorfeld der Bundestagswahl befassen sich die im Bundestag vertretenen Parteien mit dem zentralen Thema demographischer Wandel. Auch Bündnis 90/ Die Grünen boten am 25. Februar mit dem Kongress Gut leben im Wandel die Gelegenheit, ihre Positionen kennenzulernen. Wir wollen den demographischen Wandel gestalten, bevor er uns gestaltet, fasste die Fraktionsvorsitzende Renate Künast die Stoßrichtung zusammen. 

Unter der Leitung von Tabea Rößner, Sprecherin für Demografiepolitikder Fraktion, wurden anschließend Fragen rund umdie zukünftige Arbeits-, Familien- und Rentengestaltung diskutiert. Kernstück des Kongresses waren vier verschiedene Workshops zu den Themen ältere Arbeitskräfte, Postwachstumsgesellschaft, Zeit für Familie und demographischer Wandel in ländlichen Regionen. 

Die Teilnehmer des ersten Workshops Vom alten Eisen zum Silberschatz diskutierten die Chancen Älterer auf dem Arbeitsmarkt. Brigitte Pothmer, Sprecherin für Arbeitsmarktpolitik der Grünen Bundestagsfraktion, hob in ihrem Beitrag hervor, dass der demografische Wandel neue Konzepte von Arbeit erfordere. Das betreffe die Ausgestaltung der Arbeitsplätze, den Arbeitsschutz, aber auch die Weiterbildung und die Zeitsouveränität von Beschäftigten in verschiedenen Lebensphasen. Dieser Wandel müsse Eingang in die betriebliche Praxis finden. Unterstützen können dabei die Tarifpartner.

Wie diese bereits aktiv werden, präsentierte Hilmar Höhn von der IG BCE. 
Mit dem Demografie-Tarifvertrag in seiner Branche wurde mittels Langzeitkonten Beschäftigten mehr Zeitflexibilität ermöglicht. So können die Beschäftigten beispielsweise weniger arbeiten, wenn Kinder zu versorgen, ältere Angehörige zu pflegen sind oder sie sich weiterbilden wollen. 

Auch bei der zum Kongress eingeladenen Katjes GmbH setzt man auf ältere Arbeitnehmer. Deren geschäfts- führender Gesellschafter Tobias Bachmüller berichtete über den Aufbau der Gläsernen Bonbonfabrik in Potsdam, bei dem zu einem Gutteil auf die Einstellung älterer Langzeitarbeitsloser gesetzt wurde. Das Unternehmen legt an allen seinen Standorten Wert auf eine altersgemischte Belegschaft und macht damit gute Erfahrungen. 

Am Ende des Workshops waren die Teilnehmer sich darin einig, dass Arbeit und betriebliche Abläufe unter demographischen Gesichtspunkten neu gestaltet werden müssen und ältere Beschäftigte besser integriert werden müssen.