Führungsverhalten hat großen Einfluss auf Mitarbeitergesundheit

26.08.11

Mitarbeiter, die von ihren Vorgesetzten informiert werden und Anerkennung erfahren, identifizieren sich stärker mit dem Unternehmen und sind seltener krank. Die Atmosphäre am Arbeitsplatz und das Verhalten der Führungskräfte haben wesentlichen Einfluss auf die Gesundheit und Leistungsfähigkeit von Mitarbeitern. Das geht aus dem aktuellen Fehlzeiten-Report der AOK hervor.

Zwischen dem Führungsverhalten der Vorgesetzten und dem Wohlbefinden der Beschäftigten besteht ein wesentlicher Zusammenhang. Darin sind sich die Experten des Fehlzeiten-Reports 2011 des Wissenschaftlichen Instituts der AOK einig. Sie zeigen auf, dass Führungskräfte nicht nur einen erheblichen Einfluss auf die Arbeitszufriedenheit und die Motivation ihrer Mitarbeiter haben, sondern auch auf deren psychische und körperliche Gesundheit. 

Insgesamt fehlten deutsche Beschäftige 2010 im Durchschnitt 17,6 Tage. Neben Muskel- und Skelett- sowie Atemwegserkrankungen zählten psychische Erkrankungen zu den häufigsten Gründen für Fehlzeiten. Sie stiegen 2010 von 8,6 auf 9,3 Prozent aller Arbeitsunfähigkeitsfälle und verursachten mit durchschnittlich 23,4 Tagen pro Fall die mit Abstand längsten Fehlzeiten. Seit 1994 hat sich der Anteil der Fälle, die aufgrund von psychischen Problemen arbeitsunfähig sind, mehr als verdoppelt. Neben der AOK verzeichnen auch andere große Krankenversicherer diesen Trend. 

Vor dem Hintergrund der starken Zunahme von psychischen Erkrankungen werden der Handlungsbedarf und die Verantwortung der Vorgesetzten besonders deutlich. Der Fehlzeiten-Report 2011 zeigt, dass Führungskräfte aller Hierarchieebenen für sich selbst einen sehr großen Einfluss auf das Betriebsklima wahrnehmen, bei der Frage nach der Verantwortung für die Gesundheit der Beschäftigten jedoch häufig ausweichen. Dabei gehört die Sensibilisierung für gesundheitsförderliches Führungsverhalten und die Gesundheitskompetenz von Beschäftigten aus wirtschaftlichen, sozialen und demografischen Gründen als strategisches Ziel zu einer modernen Personalpolitik und erhöht durchaus den Unternehmenserfolg. Denn je besser die Führungskompetenz bewertet wurde, desto höher war die Arbeitszufriedenheit und umso geringer die gesundheitlichen Beschwerden der Mitarbeiter.

Die Ergebnisse legen offen, dass mehr als die Hälfte der Befragten nur selten bzw. nie ein Lob von ihrem Vorgesetzten wahrnimmt. 41,5 Prozent denken, dass ihre Meinung vom Vorgesetzten bei wichtigen Entscheidungen zu wenig Beachtung findet. Gleichzeitig ist jedoch mehr als ein Drittel (35,5 Prozent) der Befragten überzeugt, dass durch mehr Einsatz des Vorgesetzten für die Mitarbeiter die gesundheitliche Situation am Arbeitsplatz verbessert werden kann.  

Im Mittelpunkt des Fehlzeiten-Reports 2011 des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WidO) steht die „Führungsaufgabe Gesundheit“. Neben der Auswertung der Fehlzeiten von mehr als 10 Millionen Erwerbstätigen, die bei den Allgemeinen Ortskrankenkassen versichert sind, wurden dazu 28.223 Mitarbeiter aus 147 Unternehmen befragt. Weitere Informationen zum Fehlzeiten-Report 2011 finden Sie hier.