Führungskräfte: Demographischer Wandel dringlicher als Finanzkrise

07.08.13

60 Prozent der deutschen Führungskräfte halten den demographischen Wandel für die größte Herausforderung in Deutschland. Erst an zweiter Stelle steht die Wirtschafts- und Finanzkrise (48 Prozent), gefolgt vom Themenkomplex „gesellschaftlichen Zusammenhalt, Ungleichheit und nachhaltige Entwicklung“ (28 Prozent). Das ist das Ergebnis der Studie „Entscheidungsträger in Deutschland: Werte und Einstellungen“, die das Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) im Juni 2013 veröffentlichte. 

Die Autoren befragten 354 Personen mit Spitzenpositionen in den Bereichen Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. 71 Prozent der Befragten plädieren dafür, das Land für Zuwanderer zu öffnen, solange Arbeitsplätze vorhanden sind. 90 Prozent von ihnen werteten Einwanderung als Gewinn für die deutsche Wirtschaft. 

Allerdings ist die Zuwanderung hochqualifizierter Fachkräfte nach Deutschland kein Selbstläufer. Das zeigen die Zahlen, die das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) Ende Juli zur Blue Card vorlegte. Seit ihrer Einführung am 1. August 2012 haben rund 8.879 Personen eine Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis durch die Blue Card erhalten. Das sind mehr, als die Bundesregierung in ihrem Gesetzesentwurf zur Blue Card angenommen hatte. Rund 70 Prozent der Blue-Card-Inhaber lebten bereits in Deutschland, aus dem Ausland eingewandert sind 2.536 Fachkräfte. Die größte Gruppe kam dabei aus Indien, gefolgt von China und Russland.