Führen agile Arbeitsweisen zum Erfolg?

05.06.20

Immer mehr Unternehmen und Organisationen setzen auf eine agile Arbeitsweise. Doch was bedeutet das für Arbeitsabläufe und was ist der Nutzen dieser Methode? Eine internationale Studie der Hochschule Koblenz hat Erfolge von agilen Ansätzen in Unternehmen untersucht.

Agile Arbeitsmethoden verändern die Art und Weise der Zusammenarbeit und sollen Kreativität und Effizienz im Projektmanagement fördern. Ursprünglich stammt der Ansatz aus der Softwareentwicklung, wird heute aber zunehmend auch in anderen Bereichen eingesetzt. Der Kerngedanke lautet, dass Individuen und Interaktionen wichtiger sind als Prozesse und Werkzeuge. Die Aufwandskurve soll möglichst flach gehalten werden, was durch eine häufigere, kürzere und effizientere Kommunikation, eine iterative Arbeitsweise, Wissenstransfer sowie eine positive Fehlerkultur geschehen soll. Beispiele für agile Methoden sind Team-Boards, Visualisierungen, regelmäßige Reflektionen, wöchentliche Barcamp-Meetings und Team-Workshops zur Arbeitskultur.

Viele Unternehmen stehen zurzeit vor der Frage, ob sie agile Methoden nutzen und ihre Arbeitsabläufe dahingehend umstellen wollen. Jedoch erscheint diese Umstellung für manche Firmen eher als Trend, anstatt als langfristiger Wandel. Außerdem müssten die Rahmenbedingungen angepasst werden, was 40 Prozent der Unternehmen als Grund gegen eine agile Arbeitsweise angeben. Zudem befürchten einige Unternehmen eine Überforderung der Führungskräfte. Knapp ein Drittel der aktuell klassischen Anwender*innen äußerte aber auch, dass durchaus ein Umstieg in Planung sei.  Der Nutzen und die Erfolgsfaktoren agiler Arbeitsmethoden sprechen für sich. Den Erfolg konnte auch die Studie „Status Quo (Scaled) Agile 2020“ der Hochschule Koblenz bestätigen, welche im Februar 2020 veröffentlicht wurde. Die internationale Studie untersuchte den Einsatz von agilen Ansätzen in der Unternehmenspraxis von heute und wie erfolgreich diese sind. Die Ergebnisse beruhen auf Antworten von über 600 Teilnehmenden aus mehr als 20 Ländern.

Die Top drei der genannten Gründe für ein agiles Arbeiten sind folgende: Zum einen wird die Produkteinführungszeit optimiert, indem die Ideenfindung beschleunigt sowie die Time-to-Market reduziert wird. Dies wird durch einen häufigen Austausch von Ideen und eine regelmäßige Lieferung von Ergebnissen in bevorzugt kurzen Zeitspannen erreicht. Zum anderen erfolgt eine Qualitätssteigerung der Ideen und Ergebnisse, wofür eine Multiperspektivität ausschlaggebend ist. Des Weiteren können Risiken in Projekten reduziert werden. Agiles Projektmanagement ist ein iterativer Prozess, bei dem Projektphasen des Öfteren durchlaufen werden, wodurch die Gefahr, dass das Problem erst gegen Ende sichtbar wird und ins Schwanken gerät, sinkt.

Lediglich 20 Prozent der Befragten gaben an, agile Methoden durchgängig zu nutzen. Acht Prozent der Anwender*innen halten durchgängig an den klassischen Methoden fest. Meist werden agile Methoden selektiv (28 %) oder hybrid (43 %) genutzt. Selektiv bedeutet die Anwendung agiler Ansätze bei einzelnen ausgewählten Projekten, während andere Projekte weiterhin mit klassischen Vorgehensweisen gehandhabt werden. Hybrid bezeichnet eine Mischform aus klassischen und agilen Methoden bei der Projektplanung und -durchführung.

Zusätzlich wurden die Teilnehmenden nach dem geschätzten Erfolg ihrer Arbeitsweise gefragt. Diejenigen, die auf Agilität setzen, schätzen den Arbeitserfolg deutlich positiver ein, als diejenigen die weiterhin klassische Methoden nutzen. So schätzen 80 % der durchgängig agilen Anwender*innen die Erfolgsquote agiler Ansätze auf 70 – 100 %, während nur 63 % der klassischen Anwender*innen diese hohe Erfolgsquote vermuteten. Je mehr auf agile Methoden gesetzt wurde, desto eher waren Verbesserungen der Ergebnisse und Effizienz spürbar. Zugleich stiegen Motivation und Inspiration.

Insofern deuten die Ergebnisse der Studie auf ein großes Zukunftspotenzial agiler Arbeitsweisen hin, da sie durchweg erfolgreicher bewertet wurden als klassische Ansätze. Der Arbeitsmarkt ist im Wandel und traditionelle Denk- und Arbeitsmodelle müssen überwunden werden, um komplexe Probleme in einer immer komplexer werdenden Umwelt kreativ und effizient zu lösen.

Weitere Informationen zur Studie finden Sie hier

Zum Thema Agilität bietet Great Place To Work® am 30.06.2020 um 15 Uhr ein Webinar an: TEAM-AGILITÄT STÄRKEN – STARTHILFE, METHODEN & TOOLS FÜR VIRTUELLE TEAMS. In diesem Webinar erfahren Sie:

  • In welchem Kontext agile Methoden helfen, erfolgreiche Ergebnisse zu erzielen.
  • Wie Sie es schaffen, „einfach anzufangen" Agilität in Ihrer Organisation zu stärken. 
  • Welche Methoden und Tools es ermöglichen, in virtuellen Teams agil zu arbeiten.

Weitere Informationen zum Webinar und zur Anmeldung finden Sie in unserem Kalender.

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