Forscher prognostizieren Rente mit 72

20.02.12

Am 1. Januar 2012 ist die „Rente mit 67“ in Kraft getreten. Seit Einführung des neuen Renteneintrittsalters ist auf Seiten der Politik, Gesellschaft und Wirtschaft intensiv über dieses Gesetz debattiert worden. Einerseits müsse das Renteneintrittsalter an die jeweiligen Erwerbsbiographien angepasst werden und könne nicht vereinheitlicht werden. Andererseits, so die Befürworter, muss man sich der Veränderung der demographischen Struktur stellen und deswegen das Renteneintrittsalter erhöhen, da zukünftig weniger Beitragszahler auf einen Rentenbezieher kommen.

Das Max-Planck Institut für demografische Forschung (MPIDR) hat sogar prognostiziert, dass eine Erhöhung des Renteneintrittsalters bis Mitte des 21. Jahrhunderts auf 72 Jahre unausweichlich ist, da die Lebenserwartung bis zum Jahr 2050 noch um weitere 10 Jahre steigen wird. Ein heute geborenes Kind hat beispielsweise eine 50-prozentige Chance, 100 Jahre und älter zu werden. 

Um diesen strukturellen Veränderungen gerecht zu werden, hat das MPIDR ein Modell entwickelt, das vorsieht, dass Arbeitnehmer zwar länger, aber weniger Stunden die Woche arbeiten. So haben Arbeitnehmer in jungen Jahren mehr Zeit für die Familie, belasten aber im Alter nicht die Renten- und Pensionskassen. 

Weitere mögliche Handlungsstrategien, Empfehlungen und Fallbeispiele, wie sich Unternehmen schon heute auf die kommenden demographischen Herausforderungen vorbereiten können, finden Interessierte auf der ddn Website unter der Rubrik „Demographie-Praxis“.