Flexi-Rente: Frührentner sollen mehr dazuverdienen dürfen

23.09.14

Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) will die Zuverdienstgrenzen für Frührentner lockern und damit den Übergang von der Erwerbsarbeit in die Rente flexibler gestalten. Derzeit können diejenigen, die vor Erreichen der regulären Altersgrenze in den Ruhestand wechseln, maximal 450 Euro anrechnungsfrei hinzuverdienen. Diese Regelung führe, so die Stellungnahme aus Nahles‘ Ressort, schon bei einem geringen Überschreiten der Grenze „zu einer unverhältnismäßig starken Rentenkürzung“. Dass das Nebeneinander von Rente und Erwerbstätigkeit bisher nicht sehr attraktiv ist, zeigen auch die Zahlen: 2013 haben von fast 650.000 neuen Rentnern lediglich etwas mehr als 1600 eine Teilrente beantragt. Das soll sich durch die Reform ändern.

Viele Erwerbstätige wünschen sich einen fließenden Übergang. Eine bundesweit repräsentative Umfrage des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) ergab, dass sich mit 49 Prozent rund die Hälfte der Beschäftigten über 55 Jahre für eine schrittweise Reduzierung der Arbeitszeit ausspricht. Bei den befragten erwerbstätigen Frauen sind es sogar 61 Prozent. Die Arbeitgeber warnen allerdings vor einer Aufweichung des Renteneintrittsalters nach unten. Angesichts der demographischen Entwicklung und des zu erwartenden Fachkräftemangels müsse das Ziel sein, „möglichst viele Arbeitnehmer in Vollzeitbeschäftigung oder in vollzeitnaher Tätigkeit zu halten“, so die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA). 

Im Kern geht es bei der Debatte um die „Flexi-Rente“ um die Frage, wie die Arbeitswelt von morgen gestaltet wird und wieviel Entscheidungsspielraum Erwerbstätige haben sollen. Die Ausweitung der Zuverdienstgrenze kann Anreize schaffen, trotz (Früh-)Rente länger zu arbeiten – aber in Teilzeit. Das Know-how der Älteren stünde damit den Unternehmen länger zur Verfügung.