Fachkräftesituation: Erfolge und Engpässe in einigen Branchen

18.03.14

Am Mittwoch, den 12. März 2014, befragte der Deutsche Bundestag die Bundesregierung zu den Fortschritten des Fachkräftekonzepts, das vor drei Jahren verabschiedet wurde. Bundesministerin Andrea Nahles fasste zusammen: „Es gibt Erfolge zu vermelden.“ In Deutschland, so die Ministerin, gibt es keinen flächendeckenden Fachkräftemangel, sehr wohl aber Engpässe in einzelnen Branchen und Engpässen. Die Ministerin wies auf die Engpassanalyse der Bundesagentur für Arbeit hin, die zwanzig Berufsgruppen auflistet, in denen Fachkräfte fehlen. Das sind fünf mehr als bei der letzten Engpassanalyse.

Zu den betroffenen Berufen gehören sowohl Ausbildungsberufe als auch solche, die einen Hochschulabschluss voraussetzen. "Es fehlen Ärzte, Ingenieure und Informatiker wie Lokführer, Energietechniker oder Pflegekräfte", führte die Ministerin vor dem Deutschen Bundestag aus. 

Um den Engpässen entgegenzuwirken, konzentriere sich die Bundesregierung in ihrem Fachkräftekonzept bewusst auf drei Gruppen: ältere Arbeitnehmer, Frauen und junge Menschen. Der Fortschrittsbericht 2013 belege, dass die ergriffenen Maßnahmen griffen. "Es gibt tatsächlich Fortschritte", lobte Nahles.
Nahles führte im Deutschen Bundestag aus, dass im Jahr 2012 61.5 Prozent der Älteren Menschen erwerbstätig waren. 

71,5 Prozent der Frauen zwischen 20 und 64 waren 2012 erwerbstätig. Das gesetzte Ziel von 73 Prozent für das Jahr 2020 ist somit fast erreicht. Ebenfalls angestiegen ist die Quote der erwerbstätigen Älteren, die 2012 bei 61,5 Prozent und damit über dem EU-Durchschnitt lag. Allerdings lohnt hier ein genauer Blick auf die verschiedenen Altersgruppen. Denn während laut Fortschrittbericht die 60- bis 64-jährigen mit rund 47 Prozent die geringste Erwerbstätigenquote aller Potenzialgruppen aufwies, lag die Quote der 55- bis 59-jährigen fast im Durchschnitt aller Altersgruppen. 

Fortschritte konnte Bundesministerin Nahles auch im Bereich Bildung und Weiterbildung feststellen. Insbesondere der Mittelstand unternehme sehr viel in diesem Bereich. Darüber hinaus ist die Zahl der Schüler, die ohne Abschluss die Schule verlassen haben, von 7,9 Prozent im Jahr 2006 auf 5,9 Prozent im Jahr 2012 gesungen.

Der Fortschrittsbericht 2013 zum Fachkräftekonzept der Bundesregierung steht hier zum Download bereit.