Fachkräftemangel: Nicht alle Unternehmen reagieren

29.10.14

In Deutschland fehlen in vielen Bereichen Fachkräfte – ein echtes Problem für Unternehmen, die auf qualifizierte Mitarbeiter angewiesen sind. Und trotzdem hat nur jeder dritte betroffene Arbeitgeber nach eigenen Angaben bisher seine Personalpolitik angepasst. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „Fachkräftemangel 2014“ des Personaldienstleisters Manpower Group. Weltweit wurden Anfang diesen Jahres 37.000 Teilnehmer aus 42 Ländern befragt, darunter 1.000 Unternehmen aus Deutschland.

Etwa 40 Prozent der deutschen Unternehmen geben an, sie hätten Probleme, geeignete Kandidaten für offene Stellen zu finden. Davon verfolgen 56 Prozent  bereits Strategien, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Das sind 10 Prozent mehr als im Vorjahr. 

Dabei reagieren die vom Fachkräftemangel betroffenen Unternehmen unterschiedlich auf Personalengpässe: Jeder fünfte Arbeitgeber mit Rekrutierungsproblemen sucht mittlerweile außerhalb der eigenen Region nach geeigneten Kräften oder kooperiert mit Bildungseinrichtungen. Fast ebenso viele setzen auf die Weiterbildung der eigenen Mitarbeiter. Die Potenziale flexibler Arbeitsmodelle wie Jobsharing und Zeitarbeit nutzen 16 Prozent der befragten Unternehmen. 13 Prozent stellen Kandidaten ein, die die geforderte Qualifikation noch nicht haben, aber über das Potenzial verfügen, die Stelle zukünftig erfolgreich auszufüllen. Neue Recruiting-Strategien wie den Einsatz von Social Media oder Karriere-Apps verfolgen 11 Prozent.

„Wir beobachten, dass die Arbeitgeber allmählich aufwachen“, sagt Herwarth Brune, Vorsitzender der Geschäftsführung der Manpower Group Deutschland. Er betont, wie wichtig es ist, die Personalpolitik der Situation am Arbeitsmarkt anzupassen: „Zu viele verharren angesichts des Fachkräftemangels immer noch tatenlos. So werden sie irgendwann von der Konkurrenz abgehängt, die Talente aktiver sucht und fördert.“