EU erleichtert Anerkennung von Berufsabschlüssen

16.10.13

Mehr Mobilität für Fachkräfte in der EU, das EU-Parlament hat dafür jetzt den Weg frei gemacht. Am 9. Oktober stimmten die Europaabgeordneten dem Entwurf der überarbeiteten EU-Berufsanerkennungsrichtlinie zu. Die Richtlinie soll die Anerkennung von Qualifikationen eines EU-Bürgers einfacher und damit zügiger möglich machen. Das neue Regelwerk beinhaltet die Einführung eines elektronischen Zertifikats, der sogenannte „Europäische Berufsausweis“. Langwierige und mehrfache Anerkennungsverfahren sollen dadurch entfallen. Zu den Profiteuren dürften insbesondere Ingenieure gehören. Das Demographie Netzwerk ddn begrüßt diesen Schritt, denn auch Unternehmen könnten bei der Sicherung ihres Fachkräftebedarfs künftig davon profitieren.   

Die EU-Berufsanerkennungsrichtlinie gibt es seit 2005. Sie sieht vor, dass die jeweiligen Berufsabschlüsse grundsätzlich gleichwertig anerkannt werden. Betroffen sind davon die sogenannten reglementierten Berufe, wie Krankenpflegeberufe, Rechtsanwälte, Elektrotechniker, Metallbauer oder Ingenieure. In Deutschland gibt es 81 bundesrechtlich (davon 41 zulassungspflichtige Handwerks-Meisterberufe) und 18 auf Länderebene reglementierte Berufe.  

Bestätigt wurde auch die duale Ausbildung an der Berufsfachschule für Krankenpflegeberufe. Nach wie vor reichen zehn Schuljahre, um einen Krankenpflegeberuf erlernen zu dürfen. Die EU-Kommission hatte ursprünglich die Absicht, das Abitur zur Pflicht für all diejenigen zu machen, die einen Pflegeberuf erlernen wollen. 

Die nächsten Schritte: Für Anfang November ist die notwendige formale Zustimmung der EU-Mitgliedsstaaten geplant. Die Richtlinie tritt dann Anfang 2014 in Kraft und muss innerhalb von zwei Jahren von den Mitgliedsstaaten in nationales Recht umgesetzt werden. Im Interesse von Beschäftigten und Unternehmen bleibt zu hoffen, dass dies möglichst zügig geschieht.