Ehrenamt ist überlebenswichtig für viele Kommunen

18.09.13

Ehrenamtliches Engagement ist besonders für kleine Kommunen geradezu überlebenswichtig geworden. Besonders in ländlichen Regionen sinken mit den Einwohnerzahlen auch die Einnahmen der Gemeindekassen. Viele ehemals kommunale Aufgaben können daher nur noch sichergestellt werden, wenn sich engagierte Bürger finden, die diese übernehmen. 

Folgerichtig befasst sich der Zweite Engagementbericht der Bundesregierung mit dem Themenschwerpunkt „Demographischer Wandel und bürgerschaftliches Engagement“. Zum Vorsitzenden der neunköpfigen Expertenkommission, die den Bericht erstellt, wurde Prof. Dr. Klie ernannt, der zugleich Leiter des ddn Arbeitskreises „Kommunen und Wirtschaft für Generationen“ ist. 

Eine Studie des Instituts für Demoskopie Allensbach vom September 2012 zeigt: Rund 28 Prozent der Bevölkerung ab 16 Jahren sind ehrenamtlich tätig. Mit 30 Prozent die meisten davon in Sport- und Freizeitvereinen. Darüber hinaus engagieren sich bspw. 21 Prozent in Kulturvereinen, 15 Prozent in sozialen Hilfsdiensten und 14% in Schulen oder Kindergärten.

Ehrenamtliches Engagement in Zeiten des demographischen Wandels ist gelebte Solidarität zwischen den Generationen. Denn gerade ältere Menschen brauchen Unterstützung, Betreuung und Pflege, und in vielen Kommunen wird es künftig finanziell nicht mehr möglich sein, diese Leistungen allein professionell sicher zu stellen. Ehrenamtliche können für Ältere durch das Betreiben von Bürgerbussen Mobilität und durch Dorfläden die Versorgung vor Ort sicherstellen oder Pflegebedürftige durch Nachbarschaftshilfe dabei unterstützen, in ihrem angestammten Umfeld zu bleiben.  Umgekehrt können Ältere Kinder bei Hausaufgaben und Schule oder beispielsweise beim Erlernen eines Musikinstruments unterstützen. 

Bürgerschaftliches Engagement ist aber auch von Unternehmen gefordert. Wenn sie ihren Fachkräftebedarf sichern wollen, werden sie auch vor der Herausforderung stehen, Kommunen bei der Bereitstellung von Infrastruktur für junge Familien zu unterstützen. 

Man darf also gespannt sein, welche Erkenntnisse  der Zweite Engagementbericht zu Tage fördert. Bis Juli 2015 soll er erscheinen, zu hören wird davon aber schon vorher sein. Denn Prof. Dr. Klie hat angekündigt, die Arbeit seiner Kommission nach außen sichtbar zu machen. ddn ist davon überzeugt, dass das gelingen wird und wünscht Prof. Klie viel Erfolg für diese wichtige Aufgabe. 

ddn-Mitglieder sind herzlich eingeladen im Arbeitskreis „Kommunen und Wirtschaft für Generationen“ mitzuarbeiten. Termine finden sie im ddn-Intranet.