Die Rente mit 67 und das europäische Jahr für aktives Altern

04.01.12

Mit dem 1. Januar 2012, dem Beginn des europäischen Jahres für aktives Altern, startete die „Rente mit 67“. Die Gründe sind bekannt: Immer mehr Rentenbezieher stehen immer weniger Beitragszahlern gegenüber. Nur eine längere Lebensarbeitszeit kann helfen, die Sozialkassen zu stabilisieren.

Aber Erwerbsbiographien verlaufen nicht einheitlich. Darum kann ein einheitliches Renteneintrittsalter nicht realistisch sein. Das zeigen aktuelle Zahlen. Denn 2010 gingen rund 47,5% der Arbeitnehmer vorzeitig in Rente. Im Jahr 2000 waren es noch 14,5%! 

Die Erwerbstätigkeit der 60-64jährigen hat sich seit dem Jahr 2000 verdoppelt. Besonderen Anteil haben daran Frauen, deren Beschäftigtenzahl hat sich in dieser Altersgruppe im letzten Jahrzehnt mehr als verdreifacht. Das gab die Bundesagentur für Arbeit bekannt. Doch generell scheint zu gelten: Wer mit 60 Arbeit hat, hat auch gute Chancen, dieser noch einige Jahre nachgehen zu können. Wer in diesem Alter Beschäftigung sucht, hat gegenwärtig nur schlechte Chancen auf dem Arbeitsmarkt.  

Statt flexibler Rentenübergänge haben wir jetzt also die Rente mit 67. Doch mit einer „One Size Fits All“ Lösung ist es nicht getan. Wir sollten gerade im europäischen Jahr für aktives Altern alle Energie daran setzen, Wege für alternsgerechtes Arbeiten zu finden. So haben ältere Arbeitnehmer künftig die Chance, ihren Übergang in die Rente flexibel, nach ihrem Bedarf und zugleich zum Nutzen der Sozialsysteme und der Wirtschaft zu gestalten. ddn wird auch im Jahr 2012 alles dafür tun, dieses Umdenken zu fördern. Wir wünschen allen Leserinnen und Lesern ein erfolgreiches und gesundes Jahr 2012.