Eine Frage des Mindsets

30.03.21

"Die Bereitschaft zu lernen ist eine Frage des Mindsets, nicht des Alters" - Viertes DDP-Initiator*inneninterview mit Frank Kohl-Boas von der ZEIT 

 

Die ZEIT Akademie ist Medienpartnerin des Deutschen Demografie Preises 2021 und Patin der Kategorie „Lernen, ein Leben lang“. Vorsitzender der Jury, die den Preis in dieser Kategorie verleiht, ist Frank Kohl-Boas, bei der ZEIT für Personal & Recht verantwortlich. Im vierten Interview der kleinen Serie, in der sich die Impuls- und Ideengeber hinter dem Preis vorstellen, erklärt er, warum lebenslanges Lernen wichtig ist und welche Rolle dabei digitale Angebote spielen.

 

 

Welche Ziele und Wünsche verknüpfen Sie als Partner mit dem Deutschen Demografie Preis 2021?

Der Preis honoriert Menschen, die sich den vielfältigen Herausforderungen unserer Zeit mit mutigen Ideen, viel Herzblut und Zuversicht stellen. Wir möchten Menschen umfassend und hochwertig informieren und zum Lernen, Streiten und Nachdenken anregen und befähigen – und sind der Überzeugung, dass wir damit einen Beitrag dazu leisten, dass unsere Gesellschaft bereit und fähig ist, den Wandel anzunehmen und zu gestalten. Damit verfolgen wir das gleiche Ziel wie die Preisverleihung.

 

Sie sind Jury-Vorsitzender der Kategorie „Lernen, ein Leben lang“. Welche Verbindung sehen Sie zwischen lebenslangem Lernen und Demografie?

Wir sind es gewohnt, linear zu lernen und davon auszugehen, dass das Erlernte von langer Gültigkeit ist. In einer Welt, in der sich viele Dinge exponentiell verändern, hat unser erworbenes Wissen aber eine immer kürzere Halbwertzeit. Das bedingt auch ein vermehrtes Lernen von Erfahrungen anderer in unseren Netzwerken, ein Weniger an „Know-how“ und ein Mehr an „Know-why“. Darauf sollten wir uns in jeder Phase unseres Lebens einlassen und Dinge oder Perspektiven hinterfragen, neue Technologien ausprobieren und Neues (er)lernen. Die Bereitschaft dafür ist eine Frage des Mindsets und nicht des Alters, aber da wir alle immer älter werden, wird es stetig mehr ältere und alte Menschen geben, die dieses Mindset haben.

 

Welche Rolle spielen – vor allem auch mit Blick auf die Pandemie – E-Learning und digitale Weiterbildungsangebote?

Wir müssen bei der Frage Lerninhalte und Lernformen unterscheiden. Die zunehmende Notwendigkeit, Komplexitäten in unserem Leben zu bewältigen, bedingt das Entwickeln von Meta-Kompetenzen, beispielsweise die Fähigkeit mit Unsicherheiten umzugehen, in Szenarien zu denken und im Beherrschen von Ambiguitäten. Um diese Kompetenzen zu entwickeln, brauchen wir einen Strauß an Lernformen, und digitale Weiterbildungsangebote sind ein Teil davon. Dabei nehmen wir die Möglichkeiten, durch das Internet und die Digitalisierung von Enzyklopädien, Forschungsergebnissen und videobasierten Vorlesungen auf das Wissen der Welt zuzugreifen schon beinahe als normal wahr. Ich bin überzeugt davon, dass wir ein Denken in Szenarien sehr gut anhand von Simulationen über einen Gamification-Ansatz lernen können. Dafür ist E-Learning bestens geeignet.

 

Hier gelangen Sie zum ersten Interview mit Markus Heinen, Leiter People Advisory Services bei EY, in dem er die Chancen der Digitalisierung für die Herausforderungen des demografischen Wandels beschreibt.

Hier gelangen Sie zum zweiten Interview mit Sebastian Harrer, Director Human Resources bei ING Germany und Pate der Kategorie "New Work, zum Leben erweckt", über den Zusammenhang zwischen New Work und Demografie.

Hier gelangen Sie zum dritten Interview mit Dr. Katrin Krömer, Jury-Vorsitzende und Head of HR Development bei DB, in dem sie über die Bedeutung von Diversity in Unternehmen spricht.

Hier gelangen Sie zum fünften Interview mit Andreas Greve, Geschäftsführer der nextpractice GmbH, Pate des Sonderpreises Nexpractice für besonders innovative Projekte, in dem er die Wichtigkeit von Inspiration und Innovation für die (Arbeits-)Gesellschaft hervorhebt.

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