DGD-Dezembertagung bot Analysen zum Fachkräftemangel

22.12.11

Um sich auf diese Veränderungen des demographischen Wandels erfolgreich einstellen zu können, gibt es viele Stellschrauben - nicht zuletzt bei der Erschließung des Erwerbspersonenpotenzials. Dieses Fazit wurde kürzlich auf der Dezembertagung des Arbeitskreises "Städte und Regionen" der Deutschen Gesellschaft für Demographie in Kooperation mit dem Bundesinstitut für Bau-, Stadt und Raumforschung (BBSR) gezogen. 

So stellte Dr. Claus Schlömer vom BBSR heraus, dass die wenigen Regionen mit prognostiziertem stabilem oder gar wachsendem Arbeitskräfteangebot dieses zu großen Teilen den Wanderungen verdankten. Für die Regionen bedeutet dies, dass neben einer Ausschöpfung bisher nicht genutzter Potenziale auch Fragen der Attraktivität für Zuzüge von Erwerbstätigen oder von Betrieben an Bedeutung gewinnen könnten.
Die Konkurrenz zwischen den Regionen könnte demnach größer werden, so Schlömer.

Ungenutzte Erwerbspotenziale zeigten sich den referierenden Fachleuten zufolge beispielsweise bei gut ausgebildeten Frauen, die nicht entsprechend ihren Qualifikationen und Wünschen erwerbstätig sind. 
Viele Ältere würden gerne länger beschäftigt bleiben, weil Arbeit im Alter nicht nur Pein sei. Sie bringe auch Genugtuung, Anerkennung, soziale Kontakte und das Gefühl, gebraucht zu werden. Und schließlich fänden viele Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland nicht jene Jobs, die ihrer Ausbildung, ihrem Können und Wollen entsprechen.

Der ddn-Vorsitzende Dr. Jürgen Pfister plädierte in seinem Schlussvortrag für die Abschaffung der Anreize für Frühverrentung und das Angebot eines flexiblen Renteneingangskorridors. Dies sei der Schlüssel dafür, dass Unternehnen das Know-how älterer Fachkräfte länger nutzten und den Fachkräftemangel abfederten. 

Die Vorträge der Referentinnen und Referenten der Tagung finden Sie hier