Deutschlands Regionen driften auseinander

26.08.14

Im Zuge des demografischen Wandels dezimiert sich die Zahl der Erwerbstätigen in Deutschland bis ins Jahr 2030 deutlich. Die Folgen für verschiedene Regionen in der Bundesrepublik werden sehr unterschiedlich ausfallen. Gerade ländliche und strukturschwache Orte werden mit einem deutlichen Rückgang der Erwerbstätigen zu kämpfen haben. Zu diesem Schluss kommt eine Studie im Auftrag der PricewaterhouseCoopers AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (PWC).

Die Zahl der Erwerbstätigen in Deutschland soll sich in den kommenden Jahren zurückentwickeln, die Arbeitskräfte werden immer älter. Zwischen den Regionen führt dies langfristig zu einem Wettbewerb um das beste Personal. Die Zuwanderung hoch qualifizierter Fachkräfte gewinnt daher für die regionale Entwicklung weiter an Bedeutung. Schon jetzt gibt es besonders wachstumsstarke und wachstumsschwache Regionen. Die Schere zwischen ihnen droht immer weiter auseinanderzudriften. 

Bei der Entwicklung der Erwerbstätigkeit zeigt sich ein deutliches Ost-West-Gefälle. Während im Osten die Zahl der Erwerbstätigen laut PWC-Studie um bis zu 10,4 Prozent sinken könnte, ist der Rückgang im Westen mit rund vier Prozent vergleichsweise gering. Die besten Perspektiven haben florierende Metropolen, allen voran München. Im Zuge dieser Entwicklung stellt sich die Frage, ob regionalpolitisch eingegriffen werden sollte. 

Wirtschaftspolitische Maßnahmen – unter angemessenem Rahmen – seien jedoch kaum geeignet, einen Aufschwung in strukturschwachen Regionen herbeizuführen. Die Autoren der Studie schlagen stattdessen vor, potenzielle Wachstumszentren zu fördern und damit auch die umliegenden Regionen zu stärken. In Westdeutschland führen schon heute steigende Kosten in den Metropolregionen dazu, dass neue Produktion im umliegenden ländlichen Raum entsteht. Gleiches gilt für Berlin, wo ein Suburbanisierungsprozess zu beobachten ist. Arbeitnehmer pendeln aus dem Umland in die Zentren, gleichzeitig verlagern einige Firmen ihre Standorte in die nähere Umgebung. 

Auch die Attraktivität ländlicher Regionen solle verbessert werden, um für qualifiziertes Personal interessant zu sein. Mit Attraktivität sind hier vor allem weiche Standortfaktoren wie das Immobilienangebot, die kulturelle Vielfalt oder Freizeitbeschäftigungen gemeint.