Deutsche gehen früher in Rente

11.02.13

Trotz finanzieller Einbußen - immer mehr Deutsche gehen früher in Rente. Das geht aus einer Sonderauswertung der Deutschen Rentenversicherung hervor, die Ende Januar veröffentlicht wurde.

2011 bezogen knapp 700.000 Menschen erstmalig ihre Rente. Fast die Hälfte von ihnen arbeitete nicht bis zur Regelaltersgrenze. Damit hat sich der Anteil der Frührentner mit finanziellen Einbußen  von 2005 (41,2 Prozent) auf 48,2 Prozent im Jahr 2011 erhöht. Die Frührentner verteilen sich auf alle Branchen,  viele von ihnen sind aber Krankenpfleger, Erzieher und Arbeitnehmer aus dem Dienstleistungssektor, laut Deutscher Rentenversicherung. 

Die Zahlen machen deutlich, dass nicht längst jeder bis 65 oder sogar bis 67 arbeitet. Wer wann in Rente geht, hängt stark von der ausgeübten Tätigkeit ab. Gegenwärtig scheint zu gelten: Je stärker die physische Belastung, desto früher der Renteneintritt. Umgekehrt ist es in vielen akademischen Berufen möglich, weit über die 60 hinaus berufstätig zu sein. 

Ein starres Rentenalter passt daher nicht in die Lebensrealität der Arbeitswelt. „Wenn Menschen länger im Berufsleben bleiben, müssen auch die Arbeitsbedingungen so gestaltet werden, dass die Arbeitsfähigkeit möglichst lange erhalten werden kann. Das gesamte Arbeitssystem muss auf dem Lebenszyklus der Menschen ausgerichtet werden, inklusiv flexibler Möglichkeiten zum Übergang in die Rente“, sagt ddn-Vorsitzender Rudolf Kast. ddn schlägt deshalb vor, Rentenübergänge zu flexibilisieren und einen späteren Ausstieg aus dem Erwerbsleben zu belohnen. Das Netzwerk sensibilisiert Unternehmen dafür, Arbeitsbedingungen alters- und alternsgerecht zu gestalten. Mehr dazu lesen Sie auch in unserem Dossier Gesund arbeiten – flexibel in Rente.