Destatis Bericht: Deutsche arbeiten immer mehr und länger

23.08.12

In Deutschland wird mehr und flexibler gearbeitet als noch vor 15 Jahren, so der aktuelle Bericht „Qualität der Arbeit – Geld verdienen und was sonst noch zählt“ des Statistischen Bundesamtes (Destatis). In der Woche, aber auch am Wochenende und nachts, wird mehr gearbeitet als früher. Auch die Unsicherheit der Arbeitsverhältnisse nimmt zu, viele haben befristete Verträge.

 


Deutsche Arbeitnehmer in Vollzeit arbeiteten 2011 im Durchschnitt 40,7 Stunden pro Woche. Sie liegen damit leicht über dem EU-Durchschnitt von 40,4 Stunden. Auch die durchschnittliche Wochenarbeitszeit von Vollzeitbeschäftigten in Deutschland ist seit Mitte der 1990er Jahre um etwa 40 Minuten pro Woche angestiegen. Immer mehr Menschen müssen auch am Wochenende arbeiten. 1996 waren es noch 18,8 Prozent; 2011 bereits 24,5 Prozent. Die längere Arbeitszeit betrifft vor allem ältere Arbeitnehmer. 16 Prozent der älteren Arbeitnehmer arbeitet täglich länger, aber nur zwei Prozent der jüngeren Beschäftigten.

Insgesamt wird auch mehr Flexibilität erwartet. Das spiegelt sich in den Arbeitsverhältnissen wider. 40 Prozent der Beschäftigten, die 2011 seit weniger als zwölf Monaten bei ihrem derzeitigen Arbeitgeber angestellt waren, hatten einen befristeten Arbeitsvertrag. Die stetig steigenden Flexibilitätsanforderungen und die längere Lebensarbeitszeit belasten die Arbeitnehmer – auch zum Nachteil der Unternehmen. Denn Stress und Überbelastung belasten nicht nur die Gesundheit, sondern auch die Produktivität.

Nicht nur vor dem Hintergrund unbesetzter Ausbildungsstellen und fehlender Fachkräfte sind motivierte und qualifizierte Mitarbeiter eine wichtige Grundlage für unternehmerischen Erfolg. ddn setzt sich deshalb für altersgerechte Arbeitszeitmodelle und die Förderung lebenslangen Lernens ein. Denn nur mit gezielten Angeboten, die die Gesundheit der Arbeitnehmer erhalten, kann die Wettbewerbsfähigkeit gefördert werden. Das Demographie Netzwerk fördert mit praxisnahen Tipps und der Erfahrung seiner Mitgliedsunternehmen die altersgerechte Gestaltung der Arbeitsbedingungen, um die Beschäftigungsfähigkeit älterer Arbeitnehmer nachhaltig erhalten zu können.