Demographischer Wandel: Herausforderung für die Gesundheitsversorgung

19.12.14

Der demographische Wandel gefährdet langfristig die flächendeckende Gesundheitsversorgung in Deutschland. Schon heute spüren viele Krankenhäuser auf dem Land die Folgen, das zeigt eine Studie der BDO AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Krankenhausinstitut. Demnach schreiben rund 44 Prozent aller Krankenhäuser außerhalb von Großstädten und Ballungsgebieten Verluste. Nur etwas mehr als ein Drittel erzielt positive Ergebnisse. Gut 40 Prozent der Kliniken erwarten für 2015 eine weitere Verschlechterung ihrer Lage. Als Ursachen dafür nennt die Studie den demographischen Wandel und Fachkräftemangel sowie Investitionsstau und anhaltenden Kostendruck.

"Die Sicherung der Wirtschaftlichkeit, der Erhalt der Investitionsfähigkeit und der sich verschärfende Fachkräftemangel sind derzeit die größten Herausforderungen für die ländlichen Krankenhäuser. Hier sind innovative Konzepte und ein tiefgreifender Strukturwandel gefragt", sagt Alexander Morton aus dem BDO-Branchencenter Gesundheit und Soziales. 

Zumal die Bedeutung ländlicher Kliniken für die Gesundheitsversorgung signifikant wächst. Krankenhäuser auf dem Land verzeichnen einen Anstieg der Patientenzahlen in der Notaufnahme, weil die ambulante ärztliche Versorgung nicht mehr überall gewährleistet ist. "Eine angemessene zukünftige Gesundheitsversorgung auf dem Land erfordert zwingend umfassende gesundheitspolitische Reformen", fordert Dr. Karl Blum, Leiter Geschäftsbereich Forschung beim DKI. 

Den höchsten Anteil ländlicher Krankenhäuser haben die östlichen Bundesländer, in  Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen und Sachsen liegt die Quote bei mehr als 90 Prozent. Große Probleme gibt es aber auch in den westlichen Bundesländern Schleswig-Holstein und Niedersachsen, wo ebenfalls eine Mehrzahl der Klinken auf dem Land angesiedelt sind.