Demografie kann man nicht aussitzen

11.10.19

Ökonomisch und politisch ist die fortschreitende Alterung der Gesellschaft eine riesige Herausforderung – trotzdem können wir das Problem bewältigen.

Rudolf Kast mit seinem Gastbeitrag im Handelsblatt

Die Alterung unserer Gesellschaft schreitet voran: Bis 2040 wird die Anzahl der Menschen ab 67 Jahren auf mindestens 21 Millionen steigen. Wir werden ungefähr über die nächsten fünf Jahrzehnte eine etwas schrumpfende Gesellschaft sein, deren Altersdurchschnitt parallel ansteigt.

Drei Herausforderungen werden uns deshalb besonders zu schaffen machen:

Erstens: die Finanzierung unserer Sozialsysteme. Die Einführung des Nachhaltigkeitsfaktors und die Heraufsetzung des Rentenalters haben die Finanzierung für künftige Generationen unterstützt.

Zweitens: öffentliche Infrastruktur. Sie ist kostspielig und muss deshalb möglichst vielen zugutekommen. Zugleich sind unsere Systeme auf „eine Masse Gleicher“ und nicht auf die divergierenden Bedürfnisse einer natürlicherweise immer heterogeneren Gesellschaft ausgelegt.

Drittens: ein gutes Zusammenleben. Das klingt einfacher, als es ist. Denn es gibt Interessengegensätze, Wettbewerb um Ressourcen, Ungleichheiten und oftmals fehlende Verständigung.

Alle drei Herausforderungen hängen zusammen und lassen sich nur in Zusammenarbeit lösen. Jedoch kann man Demografie nicht „aussitzen“. Vom Fachkräftemangel über die Zusammenarbeit heterogener Belegschaften im Unternehmen bis zum strategischen „Workforce-Design“, der Gestaltung einer tragfähigen Belegschaft, sind Unternehmen noch nicht ausreichend auf die neue Normalität vorbereitet.